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BDZV-Präsident Döpfner: Unabhängiger Journalismus ist unverzichtbar

Döpfner Mathias 2Mathias Döpfner, Vorstandsvorsitzender von Axel Springer, wurde gestern in Berlin von der Delegiertenversammlung des Bundesverbands Digitalpublisher und Zeitungsverleger (BDZV) in seinem Amt als Präsident des BDZV einstimmig bestätigt. In einer Rede hob Döpfner (Foto) sodann die Bedeutung der Unabhängigkeit von professionellem Journalismus hervor. Wegen der Corona-Pandemie fand die Versammlung erstmals als „Hybrid-Veranstaltung“ in Berlin und digital statt.

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Döpfner, der das Amt seit Juli 2016 inne hat, erklärte nach seiner Wahl, dass die digitale Transformation der gesamten Branche die größte Herausforderung seiner zweiten Amtszeit wäre. Die Vielfalt und Relevanz der deutschen Zeitungslandschaft müsse erhalten bleiben. „In den vergangenen vier Jahren haben wir gemeinsam viel bewegt. Das macht mich zuversichtlich, dass wir als Branche auch in Zukunft erfolgreich sein können. Publizistisch und wirtschaftlich. Klar stehen wir vor riesigen Herausforderungen. Aber ich bin voller Tatendrang, packen wir es an“, erklärte Döpfner.

Er erklärte zudem: „Wir leben in unübersichtlichen und unberechenbaren Zeiten. Die Weltordnung scheint sich aufzulösen. Europa und Amerika entfremden sich. China greift nach der globalen Vormacht. Russland agiert immer ruchloser. Islamisten stürmen die offene Gesellschaft. Populisten sind von London bis Budapest auf dem Vormarsch. Künstliche Intelligenz könnte die Menschen zu Dienern der Algorithmen machen. Ein Virus versetzt die Welt in den Ausnahmezustand und zeitweise in Stillstand. Und die Feuer von Kalifornien verdunkeln den Himmel über Berlin. Gründlich recherchierte, wahrheitsgemäße Informationen werden immer wichtiger: das ist eine historische Chance für den Journalismus“

 

Aus Sicht des wiedergewählten Verbandspräsidenten befinde sich die Verlagsbranche inmitten einer Transformation. Der Wandel vom analogen hin zum digitalen Geschäftsmodell stelle viele Verlage vor existenzielle Fragen. Die Lösung für diese Probleme, die sich mit der Transformation stellen, liegt für Döpfner in der Zukunft von unabhängigem Journalismus.

Kernpunkte für einen unabhängigen Journalismus sind für Döpfner: „Erstens, die Bereitschaft, sich mit den Mächtigen anzulegen. Zweitens, finanzielle Unabhängigkeit: Die private Finanzierung, ein intaktes Geschäftsmodell, ist für den unabhängigen Journalismus ein wesentliches Merkmal. Und Drittens: Wirkliche Unabhängigkeit setzt Vielfalt voraus. Der Wettbewerb verschiedener Medien ist das einzige wirksame Rezept gegen Fake News, Propaganda und Manipulation.“

 

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Die Branche selbst müsse sich tagtäglich um Vielfalt und Pluralismus bemühen, in Nachricht und Recherche so objektiv wie möglich, in Kommentar und Kolumne frei und subjektiv. Vertrauen ist und bleibe das wichtigste Kapital der Zeitungen: „Wenn wir Vertrauen genießen, gewinnen wir Leser. Wenn wir Vertrauen verlieren, verlieren wir unsere Leser.“

Notwendig für die Unabhängigkeit und die Vielfalt der Zeitungen wären zudem faire Wettbewerbsbedingungen, vor allem im Verhältnis zu den großen Plattformen. „Es darf nicht passieren, dass zwei bis drei globale Plattformen die Infrastruktur tausender Verlage ersetzen und darüber entscheiden, was Milliarden von Kunden zu lesen bekommen, was richtig ist und was falsch, was gut ist und was schlecht“, so der BDZV-Präsident.

 

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Aus diesem Grund plädiere er weiterhin für eine bessere, modernere, agilere Regulierung, die den Herausforderungen der Digitalisierung gerecht werde. Eine wortlautgetreue Umsetzung der EU-Urheberrechtsreform gehört nach Auffassung des BDZV ebenso dazu wie eine wirkungsstarke Plattformregulierung. Die vom Deutschen Bundestag beschlossene Förderung der digitalen Transformation sieht Döpfner jedoch mit Sorge. Die vom BDZV ursprünglich vorgeschlagene Förderung der Zeitungszustellung war als reine „Infrastruktur-Förderung“ formuliert.

Wie sich diese Förderung nun im Detail ausgestalten wird, wolle man im Verlegerverband in den nächsten Wochen genau verfolgen. „Logistik- und Technologieförderung ist denkbar. Direkte Verlagsförderung pauschal und ohne klare Kriterien und Grenzen ist es nicht“, stellte Döpfner klar. Er lehne es allerdings nach wie vor ab, wenn der Staat redaktionelle Leistungen direkt oder indirekt subventioniere.

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Thomas Düffert, Vorsitzender der Geschäftsführung Madsack Mediengruppe, Hannover, Christian DuMont Schütte, Aufsichtsratsvorsitzender der DuMont Mediengruppe, Köln, Valdo Lehari jr., Verleger und Geschäftsführer des „Reutlinger General-Anzeigers“ und Vorsitzender des Verbandes Südwestdeutscher Zeitungsverleger VSZV, sowie Hans Georg Schnücker, Herausgeber, VRM GmbH & Co. KG, Mainz, wurden als Vizepräsidenten im Amt bestätigt.

 

 

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Tags: Pressefreiheit, Journalismus, BDZV, Mathias Döpfner

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