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Corona-Krise: BVDA fordert Bekenntnis der Politik für lokale Medienvielfalt

BVDA kleinEiner vom Bundesverband Deutscher Anzeigenblätter (BVDA) durchgeführten Umfrage zufolge hat die Corona-Pandemie in den Verlagen eine dramatische Erlöskrise verursacht. Demnach soll die Liquidität der Verlage nur noch wenige Monate gegeben sein. Schnelle und unbürokratische Hilfe wäre nach Meinung des Verbands nun zwingend notwenig.

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Der BVDA vertritt die Interessen jener Verlage in Deutschland, die sogenannte Anzeigenblätter herausgeben. Zeitungen, die meist wöchentlich erscheinen und sodann kostenlos an Haushalte in der jeweiligen Region verteilt werden. Insbesondere in der Corona-Krise hatten Befragungen in der Bevölkerung gezeigt, dass vor allem regionale Nachrichten gefragt sind. Somit stellen die Wochenblattverlage ein wichtiges Bindeglied in der Gesellschaft dar, um die Menschen flächendeckend mit Informationen aus ihrem Lebensumfeld versorgen zu können.

„Mit jedem Tag, den diese Krise anhält, wird die Situation für die Wochenblattverlage in Deutschland dramatischer", erläutert Jörg Eggers, der Hauptgeschäftsführer des BVDA. Eine Umfrage unter den rund 200 Mitgliedern bestätigt diese Einschätzung: 80 Prozent der Verlage sind durch die wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Krise stark bis sehr stark in ihrer Existenz bedroht. Rund 70 Prozent haben aufgrund der aktuellen Situation bereits die Erscheinungsweise ihrer Titel verringert. Am stärksten betroffen ist der traditionell in der Branche fest verankerte Titel mit einem Erscheinungstag in der Wochenmitte.

 

„Die Corona-Pandemie hat in den Verlagen eine nie da gewesene Erlöskrise verursacht", fasst der BVDA-Hauptgeschäftsführer die Ergebnisse der Jörg Eggers (Foto: BVDA Bernd Brundert)Jörg Eggers (Foto: BVDA Bernd Brundert)Umfrage zusammen. Vor der Krise habe vor allem der zunehmende Kostendruck durch die flächendeckende Zustellung auch in strukturschwache Regionen den Verlagen zugesetzt. Insbesondere nach den Kriterien der EU-Kommission waren die Verlage zu diesem Zeitpunkt allerdings nicht in derartigen Schwierigkeiten, die jetzt gegebenenfalls einer Corona-Soforthilfe entgegenstehen würden.

„Seit März ist der Werbemarkt praktisch zusammengebrochen, die Verlage haben kaum noch Einnahmen“, betont Eggers. So müsse in der Branche ein Umsatzverlust von bis zu 312 Millionen Euro pro Quartal verzeichnet werden, der auch nicht anderweitig kompensiert werden könne. Da Werbeerlöse die einzige Einnahmequelle für kostenlose Wochenzeitungen darstellen, mussten bereits über 40 Prozent aller Titel eingestellt werden, die zur Wochenmitte erscheinen.

 

Der BVDA bekräftigt daher in einem Positionspapier seine Forderung nach einer schnellen und unbürokratischen Corona-Soforthilfe. „Die regelmäßige und zuverlässige Zustellung von Wochenblättern in nahezu alle Haushalte erfordert einen hochkomplexen und kostenintensiven Zustellapparat, für dessen Aufrechterhaltung die Branche alleine pro Quartal 196 Millionen Euro aufbringen muss“, so Eggers.

Zudem befürchtet man einen bevorstehenden Verlust des Zustellapparats, der als gewachsene Struktur nach der Krise nur sehr schwer reaktiviert werden könne. Hierdurch wäre eine nachhaltige Bedrohung der zukünftigen Medienvielfalt in Deutschland gegeben. Da die hohen Kosten nicht durch andere staatliche Maßnahmen gedeckt werden können, sei eine weitere flächendeckende Zustellung nur mit einer zeitlich begrenzten Übernahme der Zustellkosten durch den Staat möglich.

 

Außerdem wird die schnelle Umsetzung der bereits Ende November beschlossenen Infrastrukturförderung für die Zeitungszustellung eingefordert. „Wenn man das bereits gut durchdachte Instrumentarium der geplanten Zustellförderung dazu nutzt, die Verlage mit finanziellen Hilfen in ausreichender Höhe schnell und unbürokratisch zu unterstützen, wäre dies eine effektive Hilfe für die Branche“, so die Meinung des BVDA-Hauptgeschäftsführers.

Der heute in Berlin ansässige Verband wurde am 3. Juli 1987 in Bonn gegründet. Dem BVDA gehören deutschlandweit 207 Verlage mit insgesamt 884 Anzeigenblatt-Titeln und einer Wochenauflage von 63,6 Millionen Exemplaren an. Somit repräsentiert der BVDA etwa 75 Prozent der Gesamtauflage der deutschen Anzeigenblätter. Diese werden bundesweit von mehr als 50 Millionen Menschen über 14 Jahren gelesen.

siehe auch: Themenbereich Corona-/COVID-19-Pandemie

 


 

Tags: BVDA, Corona-/COVID-19-Pandemie

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