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VDZ: Auszeichnung „Goldene Victoria“ für Reporter ohne Grenzen, Ehren-Victoria für Wolfgang Schäuble

Schäuble Wolfgang Deutscher Bundestag Achim MeldeWolfgang Schäuble (Foto: Deutscher Bundestag Achim Melde)Im Rahmen der vom Verband Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ) veranstalteten „Publishers´Night“ wurde die vom Verband gestiftete Auszeichnung „Goldene Victoria“ verliehen. Diese ging in diesem Jahr an Reporter ohne Grenzen. Mit der Auszeichnung wolle man den vorbildlichen weltweiten Einsatz der Organisation für einen unabhängigen, freien Journalismus und für die Informationsfreiheit würdigen.

 

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Die Auszeichnung wird an Menschen verliehen, die für ihre Überzeugung konsequent und couragiert eintreten, die sich auf ihrem Weg nicht beirren lassen, trotz Anfeindung oder Bedrohung. Zudem ging die „Ehren-Victoria“ an den Präsidenten des Deutschen Bundestages, Wolfgang Schäuble. Die Zeitschriftenverleger würdigen den Bundestagspräsidenten für sein kraftvolles Eintreten für ein vereintes, demokratisches Europa und eine stabile Demokratie in Deutschland. Er sei maßgeblich an der deutschen Wiedervereinigung beteiligt gewesen und hätte auch jeden Schritt des Zusammenwachsens Europas begleitet, so die Begründung des Verbandes.

Der Ausnahmepolitiker sei ein Mahner, wenn es um die Bedrohung der Pressefreiheit ginge, und ein exzellenter Beobachter der Globalisierung und ihrer Herausforderungen für die demokratischen und freiheitlichen Werte Europas, hieß es in einer Mitteilung des VDZ. Schäuble zeigte sich in seiner Dankesrede bewegt, die Goldene Victoria zusammen mit Reporter ohne Grenzen entgegenzunehmen. Es sei leicht für Freiheitsrechte einzutreten, wenn man immer in Freiheit aufgewachsen sei.

Der Kern der deutschen Frage ist die Freiheit. Ohne ein geeinigtes Europa und das Vertrauen der europäischen Staaten hätte es die Einheit Deutschlands nie gegeben. Schäuble sah die größte Gefahr darin, dass „wir Demokratie und Freiheit für selbstverständlich halten.“ Der CDU-Politiker verwies darauf, dass unsere freiheitliche Ordnung, die viele Staatslenker als ansteckende Krankheit fürchten, die Sehnsucht vieler Menschen sei. „Deshalb bin ich so stolz, gemeinsam mit Reporter ohne Grenzen ausgezeichnet zu werden. Wir sollten alles dafür tun, Freiheit und Demokratie nicht wieder zu verlieren.“

Laudatorin war die neue EZB-Präsidentin Christine Lagarde. Sie würdigte ihren Freund Wolfgang Schäuble, für sein langfristiges Engagement um Europa und hob vor allem drei Eigenschaften an ihm hervor: Sein Commitment, die intellektuelle Präzision und die staatsmännischen Fähigkeiten. Bei dem 1942 in Freiburg im Breisgau geborene Schäuble sei ein „forensischer Geist“ am Werk, der hohle Argumente in kürzester Zeit zerpflücke. Der frühere Innen- und Finanzminister sei ein formidabler Verhandlungspartner, fair und geradeaus, der nach Lösungen suche, egal wie lange der Prozess dauere. Er stünde für das, was er sagt: „He speaks Klartext.“ Für Wolfgang Schäuble sei Politik nicht Beruf, sondern Berufung.

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Mit der „Goldenen Victoria für Pressefreiheit“ ehrte der VDZ die Organisation Reporter ohne Grenzen. Diese setzt sich seit 1985 weltweit für die Informations- und Pressefreiheit ein, getreu dem Motto „Keine Freiheit ohne Pressefreiheit“. Damit würdigt der VDZ den vorbildlichen weltweiten Einsatz der gesamten internationalen Organisation für einen unabhängigen, freien Journalismus und für die Informationsfreiheit. Die Auszeichnung nahmen Christophe Deloire, Generalsekretär der internationalen Organisation, und Katja Gloger, Vorstandssprecherin der deutschen Sektion, entgegen.

Algorithmen fungieren als Meinungsmacher

Für Katja Gloger stehe die Solidarität im Mittelpunkt. Faktentreue und Verlässlichkeit seien für Medien wichtig. Christophe Deloire hob hervor, dass man das Internet nicht mehr nur als Tor zur Freiheit sehen würde, sondern auch als Bedrohung. Denn Algorithmen, die keinen demokratischen Grundgesetzen unterliegen, würden die Meinung machen. Daher würde Reporter ohne Grenzen mit Partnern jetzt einen Standard für Algorithmen entwickeln. Durchaus ist eine freie Presse nicht frei von Fehlern. Dennoch ist sie aber als ein Klebstoff für den friedlichen Zusammenhalt und Treibstoff für Veränderungen anzusehen.


Der Laudator Jan Josef Liefers erlebte die Verleihung als einen sehr emotionalen Moment: „Heute hier zu stehen und eine internationale Institution zu würdigen, die mit ihrem großartigen Engagement für eines der wichtigsten Grundrechte der Menschheit eintritt, ist mir eine besondere Ehre“, erklärte der 1964 in Dresden geborene Schauspieler und Musiker. Der Veröffentlichungstermin des von der Vereinigung erstellten „Rankings der Pressefreiheit“ stehe mit Sicherheit in den Terminkalendern aller Innenministerien der Welt. Dieser sei in der „Weltkarte der Pressefreiheit“ manifestiert und verdeutliche unbestechlich das Maß der Repressalien und auch Übergriffe, denen Medien und ihre Journalisten im jeweiligen Land ausgesetzt seien. „Denn wenn die Pressefreiheit fällt, fallen auch alle anderen Freiheiten: dann sind Kunst, Musik, Theater, Literatur, die Wissenschaft und die Menschenrechte an der Reihe“, mahnte Liefers.

Im Rahmen der Preisverleihung sorgte der Chor The Young ClassX mit seiner Interpretation des Songs „Freiheit“ von Marius Müller Westernhagen und dem vom Chor selbst komponierten Stück „Worte brauchen Freiheit“, der für den VDZ von Chris Buseck und Michael Zlanabitning komponiert wurde, für musikalische Begleitung der Veranstaltung in Berlin, bei der Verleger, Verlagsmanager, Chefredakteure, Unternehmenslenker sowie Kulturschaffende zugegen waren.

Siehe auch: Pressefreiheit - Freier Marktzugang auch in Deutschland behindert


Tags: Reporter ohne Grenzen (ROG), Pressefreiheit, VDZ, Auszeichnung

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