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BVDA-Geschäftsführer Jörg Eggers ruft Verlage zur Geschlossenheit auf

Jörg Eggers Foto: BVDA Bernd BrundertBVDA-Geschäftsführer Dr. Jörg Eggers hob zum Abschluss der Herbsttagung des Bundesverbandes Deutscher Anzeigenblätter (BVDA) die Wichtigkeit einer starken und geschlossenen Gemeinschaft in Zeiten des Wandels hervor. Den zahlreichen Herausforderungen wie den Veränderungen im Handel, dem wachsenden Wettbewerbsdruck auf dem Werbemarkt, und steigenden Kosten in Produktion und Zustellung der Wochenblätter könne die Anzeigenblattbranche nur mit vereinten Kräften begegnen. „Heute sind Kooperationen, Austausch und ein engmaschiges Netzwerk wichtiger denn je. Nur ein starker Verband kann für ein wirksames Gattungsmarketing und eine schlagkräftige Interessensvertretung in Politik und Werbewirtschaft sorgen“, erklärte Eggers.

 

Auf Einladung der Osnabrücker Nachrichten Verlagsgesellschaft mbH, ein Unternehmen der NOZ Medien, kamen am 25. und 26. Oktober 2018 Verleger, Experten und Multiplikatoren zu dem größten Treffen der Anzeigenblattbranche in Osnabrück zusammen. Die BVDA-Herbsttagung beschäftigte sich mit dem Thema Zukunft des Handels und den damit verbundenen Auswirkungen für die Anzeigenblattverlage. Dr. Thomas Moldenhauer vom Verband Deutscher Papierfabriken gab angesichts kletternder Papierpreise einen Überblick über die Entwicklung und Struktur der Papierindustrie und ging auf die Herausforderungen ein, die das veränderte Mediennutzungsverhalten und der boomende Onlinehandel für die Branche mit sich bringen.

Der Inhaber und Geschäftsführer des Sport- und Modehauses L&T, Mark Rauschen, legte dagegen ein klares Bekenntnis zum stationären Handel ab. Das Osnabrücker Familienunternehmen hat seine Verkaufsfläche erst Anfang des Jahres 2018 auf rund 25.000 Quadratmeter erweitert und beschäftigt aktuell nun mehr als 600 Mitarbeiter. Ziel sei es jetzt, einen urbanen Erlebnisort zu schaffen, der die Menschen aus Osnabrück und Umland in die Innenstadt einlade: „Ein spannendes Sortiment gepaart mit einer guten Beratung und einer hohen Aufenthaltsqualität lockt die Menschen zu uns. Ich glaube an die uralte Idee des Marktplatzes als Treffpunkt, an dem sich Menschen begegnen, unterhalten und sich wohlfühlen. Damit dies so bleibt, müssen wir uns ständig weiterentwickeln“, erklärte Rauschen.

 

Der Wirtschaftswissenschaftler Gerrit Heinemann führte aus, dass echte Erlebnisorte für lokale Händler oft besser funktionieren als Online-Marktplätze. Der mit regionalen Online-Marktplätzen verfolgte Gedanke des Local Commerce sei stets dann erfolgreich, wenn diese den Kunden einen Mehrwert bei Sortiment oder Service böten, eine reichweitenstarke Online-Marke darstellten und dem Einzelhändler möglichst wenig zusätzliche Arbeit aufhalsten, fügte der Professor für BWL, Management und Handel an der Hochschule Niederrhein hinzu. Local Commerce bleibe daher oftmals wohl eher ein Wunschtraum, bilanzierte Heinemann.




Tags: Mediennutzung, BVDA, Neue Osnabrücker Zeitung

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