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Medienbündnis bemängelt eingeschränkte Arbeitsfähigkeit der Korrespondenten in den USA

Weißes Haus USAFührende deutsche Journalisten- und Medienverbände sowie die öffentlich-rechtlichen Sender ARD und ZDF bemängeln eine Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit der Korrespondenten in den USA. Diese wäre dadurch gegeben, indem die US-Homeland Security eine Maßnahme umsetzen würde, wonach zukünftig Visa für Auslandskorrespondenten auf die Dauer von maximal 240 Tagen ausgestellt werden. Eine Beeinträchtigung ist aber auch durch tätliche Angriffe gegeben. Reporter ohne Grenzen registrierte bereits 363 Übergriffe allein in 2020.

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Journalist ist nicht gleich Journalist. Qualitätsjournalismus ist vor allem dadurch gekennzeichnet, dass sich der betreffende Medienschaffende in die Vorgänge einarbeiten kann. Insbesondere bei einer Berichterstattung im Zusammenhang mit gesellschaftlichen oder politischen Themen ist es auch unabdingbar, langfristig Kontakte aufbauen zu können. Besonders Journalisten müssen sich auf verlässliche, ihnen bekannte Quellen zurückgreifen können. Doch ein notwendiges Vertrauensverhältnis zu Politikern oder Vertretern aus Wirtschaft, Kultur und Gesellschaft kann nur langfristig aufgebaut werden.

Zudem ist es auch nahezu ausgeschlossen, als Korrespondent für 240 Tage eine Wohnung oder ein Büro anmieten zu können. „Journalistinnen und Journalisten, die für deutsche Medien aus den USA berichten, stellen kein Sicherheitsrisiko dar“, heißt es daher in einem heute veröffentlichten Kommuniqué eines Medienbündnisses, zu dem die in der Gewerkschaft verdi organisierte Deutsche Journalisten Union ebenso zählt wie der Deutscher Journalisten-Verband (djv), der Bundesverband Digitalpublisher und Zeitungsverleger (BDZV) und der Verband Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ).

Zuvor schon hatte die Organisation Reporter ohne Grenzen (RSF) alle Kandidaten für die US-Präsidenten- und Kongresswahl am 3. November 2020 aufgefordert, sich öffentlich zur Wahrung der Pressefreiheit zu bekennen. Hierbei wurden Kandidierende aufgerufen, unter dem Hashtag #PressFreedomPact ein Bekenntnis zur Pressefreiheit zu unterzeichnen, das sich auf den ersten Verfassungszusatz beruft um somit Aufmerksamkeit für die dramatisch verschlechterten Arbeitsbedingungen für Journalistinnen und Journalisten in den USA schaffen zu können.

„Wir starten unsere Kampagne im Vorfeld der Wahlen zu einem Zeitpunkt, an dem die Pressefreiheit in den USA unter Beschuss ist wie nie zuvor. Diese Wahlen sind der richtige Moment, um endlich gegenzusteuern, um den Schaden auszugleichen, den die US-Regierung der Pressefreiheit im In- und Ausland zugefügt hat, und um die USA wieder zu einem positiveren Beispiel für den Rest der Welt zu machen“, erklärte RSF-Geschäftsführer Christian Mihr.

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Mihr fügte hinzu: „Alle, die bei den Wahlen am 3. November in ein Amt gewählt werden, müssen sich mit konkreten politischen Maßnahmen für die Pressefreiheit einsetzen, allen voran der künftige US-Präsident, egal ob er Trump oder Biden heißt.“ Bereits im Juli 2020 hatte RSF eine Liste von acht konkreten politischen Maßnahmen erstellt, mit denen künftige Amtsträger ihre Wertschätzung von unabhängigem Journalismus zum Ausdruck bringen und Pressefreiheit im In- wie im Ausland fördern sollten.

Im Rahmen der Präsidentschaftswahl hat Reporter ohne Grenzen eine Karte der USA online gestellt, auf der laufend aktualisiert alle Übergriffe auf Journalisten im Jahr 2020 verzeichnet sind. Für dieses datenbasierte Tool arbeitet RSF mit dem U.S. Press Freedom Tracker zusammen, einer Website, die Aggressionen gegen Journalisten sowie Medien in den USA dokumentiert. Der Tracker wird betrieben von der Freedom of the Press Foundation und ist eine Kooperation von mehr als 30 Journalisten- und Pressefreiheitsorganisationen, darunter RSF. Auf der Rangliste der Pressefreiheit stehen die USA auf Platz 45 von 180 Staaten.


Reporter ohne Grenzen

Die Organisation „Reporters sans frontières“ (RSF, deutsch: „Reporter ohne Grenzen“) wurde von Émilien Jubineau, Jacques Molénat, Rémy Loury und Robert Ménard am 25. Juni 1985 in Montpellier (Frankreich) gegründete. Zielsetzung war aber ursprünglich nicht die Verteidigung der Pressefreiheit, vielmehr wollte man die Finanzierung von Reportagen aus der Dritten Welt ermöglichen, da man der Auffassung war, die Themen dieser Regionen wären in den Medien unterrepräsentiert. Vorbild für die Namensgebung war die 14 Jahre zuvor ins Leben gerufene Organisation "Médecins sans frontières" (Ärzte ohne Grenzen).

Alljährlich zum Internationalen Tag der Pressefreiheit veröffentlicht Reporter ohne Grenzen eine Rangliste der Pressefreiheit, die sich aus 49 Kriterien ermisst. Mittlerweile ermittelt die Organisation auch eine Übersicht über Länder die aufgrund von Zensurmaßnahmen als „Feinde des Internets“ bezeichnet werden.

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Tags: Reporter ohne Grenzen (ROG), Pressefreiheit, DJV, verdi, dju, BDZV, VDZ, USA, ARD, ZDF

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