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Mediennutzung in Zeiten der Krise: Gruner und Jahr verzeichnet gesteigerte Nachfrage

GuJ LogoIn der Gesellschaft herrscht Verunsicherung. Welche Auswirkungen hat die Corona-Krise auf das Privatleben und wie wird sich die derzeitige Situation langfristig auf den eigenen Arbeitsplatz auswirken? Welche Maßnahmen kann man ergreifen um sich und die gesamte Familie vor einer Ansteckung zu schützen, welche Verordnungen hat der Staat erlassen? Die Nachfrage nach Informationen ist groß und wirkt sich auch auf den Printmarkt aus.

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In Zeiten der Krise greifen die Deutschen verstärkt zu etablierten publizistischen Marken. Das hohe Informationsbedürfnis und die vermehrte Zeit zuhause steigern nicht nur die digitale Mediennutzung, sondern auch die von Zeitschriften. Das Hamburger Verlagshaus Gruner und Jahr („G+J“) verzeichnet nach eigenen Angaben in dieser Woche bei seinen Marken ein gewachsenes Interesse an aktuellen Magazinen, Wissens- und People-Magazinen. Gleichzeitig würden auch viele Neukunden Abonnements bestellen.

Während zunehmend Lottoannahmestellen, Bahnhofskioske und der „Kiosk an der Ecke“ von Schließungen betroffen sind, bleiben Supermärkte auch weiterhin geöffnet. Somit ist auch besonders im Lebensmitteleinzelhandel ein gesteigerter Absatz an Printprodukten zu verzeichnen. Nach Mitteilung von G+J erhöhte sich der Abverkauf der Magazine um etwa zehn Prozent seit Beginn der Krise. Das gilt insbesondere für den Stern mit seiner Ausgabe 13/2020 (seit Mittwoch im Handel, Titel: „Corona. 2020. Alles wird anders.“). Ebenfalls im Plus liegt Gala.

 

Eine hohe Nachfrage besteht offenbar auch bei den sogenannten Lean-Back-Titeln, also Zeitschriften, die unter anderem auch der „Entschleunigung“ dienen und nicht vordergründig tageaktuelle Nachrichten präsentieren. So soll die aktuelle Ausgabe von Geo Wissen Gesundheit, Ausgabe 13/2020 (Yoga, Meditation), derzeit rund 30 Prozent über seinen Verkaufskurven aus dem vergangenen Jahr liegen.

Auch die Abschlusszahlen bei Zeitschriftenabonnements entwickeln sich bei Gruner und Jahr seit einigen Tagen deutlich nach oben. Bei der telefonischen Neukundengewinnung stiegen die Erfolgsquoten beim Stern um 120 Prozent, bei Brigitte um 90 Prozent und bei Geolino um 33 Prozent. Die Zugriffszahlen auf die Abo-Shops aller G+J-Titel sind in den vergangenen Tagen stark angestiegen.

Frank Thomsen, G+J-Kommunikationschef: „Deutschland liest und das nicht nur digital. Magazine bekommen in dieser Krise eine besondere Bedeutung: als Quelle der Information ebenso wie als Sehnsuchts- oder Entspannungsorte. Dass die Menschen dabei auf verlässliche Marken zurückgreifen, zeigen unsere ersten Trends deutlich.“

 

Gruner und Jahr

Die Verleger John Jahr und Gerd Bucerius gründeten gemeinsam mit dem Druckerei-Besitzer Richard Gruner 1965 das Gemeinschaftsunternehmen Gruner und Jahr. Die Verleger ließen ihre Zeitungen und Zeitschriften bereits bei Gruner drucken. Durch das unternehmerische Vorhaben wollte man Synergieeffekte nutzen, insbesondere durch eine optimale Auslastung der Druckereien und einem Vorteil beim Einkauf von Druckpapier.

Schon drei Jahre nach der Gründung war der Verlagskonzern nach Axel Springer das zweitgrößte deutsche Unternehmen im Printbereich. Doch aufgrund von unterschiedlichen politischen und wirtschaftlichen Auffassungen schied Richard Gruner bereits 1969 auf dem Unternehmen aus und übergab seine Anteile an Jahr und Bucerius. Beide nahmen sodann den Gütersloher Medienkonzern Bertelsmann als Gesellschafter auf, dieser erhöhte seine Anteile bis 1975 auf 74,9 Prozent, 2014 erfolgte die vollständige Übernahme des Unternehmens.

Auch Gruner und Jahr wollte sich dem digitalen Wandel nicht entziehen. 1997 initiierte man mit Fireball eine insbesondere auf den deutschen Markt zugeschnittene Suchmaschine, die in Deutschland als Marktführer bezeichnet wurde. Das Portfolio wurde mit Paperball durch eine Nachrichten-Suchmaschine und mit Firemail mit einem Freemail-Anbieter ergänzt. Doch mit dem Markteinstieg von Google sank der Fireball-Marktanteil von 22 Prozent im Jahre 2000 bis 2005 auf nur noch 0,3 Prozent. In diesem Zeitraum besann sich Gruner und Jahr wieder auf das Kerngeschäft. Man gab auch zwischenzeitlich erworbene Beteiligungen an Tageszeitungen wie die Sächsische Zeitung, die Berliner Zeitung oder die Hamburger Morgenpost wieder ab und forciert seitdem die Zeitschriftenmarken

Zu den von Gruner und Jahr herausgegebenen Zeitschriften gehören die Titel art, B-EAT, Barbara, Beef!, Brigitte, Brigitte Mom, Brigitte Wir, Brigitte Woman, Business Punk, Capital, chefkoch.de, Couch, Dogs, Eltern, Eltern Family, Essen und Trinken, Essen und Trinken für jeden Tag, Flow, Gala, Geo, Geo Epoche, Geo Epoche Edition, Geo Epoche Panorama, Geo kompakt, Geo mini, Geo Saison, Geo Special, Geo Wissen, Geolino, Guido, Häuser, Hirschhausens Stern gesund leben, Holly, Hygge, Ideat, Living at Home, Neon.de, P.M., P.M. Fragen und Antworten, P.M. History, P.M. Logik Trainer, Salon, Schöner Wohnen, Stern, Stern Crime, View, Walden, Wohllebens Welt und 11 Freunde.

siehe auch: Themenbereich Corona-/COVID-19-Pandemie



 

 

 

Tags: Gruner + Jahr, Mediennutzung, Corona-/COVID-19-Pandemie

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