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Georg von Holtzbrinck-Preis 2019: Auszeichnung für journalistische Leistungen im Bereich der Wirtschaftsberichterstattung

Journalismus Bild von Shutterbug75 auf PixabaySymbolfoto (Bild: Shutterbug75/Pixabay)Autorinnen und Autoren sowie Redaktionsteams von WDR, Spiegel Online und dem Handelsblatt in den Kategorien Text, Audiovisuell und Interaktive Multimedia-Speziale, wurden im Rahmen einer feierlichen Gala in Frankfurt am Main mit dem renommierten Georg von Holtzbrinck-Preis für Wirtschaftspublizistik geehrt. Der Verleger Dieter von Holtzbrinck und eine hochkarätige Jury zeichnen jedes Jahr herausragende journalistische Leistungen im Bereich der Wirtschaftsberichterstattung aus.

 

 

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Diesjähriger Gewinner in der Kategorie Text ist das Handelsblatt-Autorenteam Bert Fröndhoff, Thomas Jahn, Katharina Kort, Anke Rezmer und Britta Weddeling. Unter dem Titel „Milliardenfalle Glyphosat“ blickten sie hinter die Kulissen einer der größten Unternehmensübernahmen der deutschen Wirtschaftsgeschichte und beschrieben detailliert deren Folgen. Mit Monsanto will sich der Chemiekonzern Bayer fit für die Zukunft machen, hat sich damit aber auch erhebliche und unkalkulierbare Rechtsrisiken ins Haus geholt.

Denn im Zusammenhang mit der möglicherweise krebserregenden Wirkung des Unkrautvernichters Glyphosat nimmt eine begonnene Klageflut kein Ende. Die Autoren arbeiteten dieses hoch emotionale Thema mit einer betont sachlichen Sprache und nüchterner Analyse auf. Geschickt schlägt der Report eine Brücke zwischen Geschehnissen im Gerichtssaal, Entscheidungen in der Konzernzentrale und Situation derjenigen, die wegen ihrer gesundheitlichen Gebrechen gegen Bayer/Monsanto vor Gericht zogen.

 

Beim Sieger in der Kategorie Audiovisuell ging es um die Fußball-Weltmeisterschaft in Katar, und dies aus einer besonderen Perspektive. Denn unter dem Titel „Gefangen in Katar – Ausbeutung vor der WM 2022“ hat Benjamin Best für den WDR die katastrophalen Zustände recherchiert, unter denen Arbeiter für den Wüstenstaat die Sporttempel errichten müssen. Der Autor stellt die öffentlichen Erklärungen etwa der FIFA, die Missstände beseitigen zu wollen, der brutalen Realität gegenüber: Gastarbeiter aus Nepal, Indien und Bangladesch, denen die Pässe weggenommen werden, die auf ihren Lohn warten und ihre auf finanzielle Unterstützung angewiesenen Familien zu Hause im Stich lassen müssen. Angesichts der Bilder aus den Unterkünften und den erschütternden Aussagen der Betroffenen lässt der Film die Bekundungen der FIFA und die Ausreden der beteiligten Unternehmen als inhaltsleer und wertlos erscheinen.

Auch beim Gewinner in der Kategorie Interaktive Multimedia-Speziale steht die Misshandlung von Menschen im Mittelpunkt. Spiegel-Online-Redakteur Stefan Schultz geht in dem Web-Spezial „Das dunkle System“ der systematischen Verfolgung von Menschen nach der Gründung der Volksrepublik China nach. 50 Millionen Bürger soll das Regime seitdem inhaftiert haben. Das Besondere daran: Schultz hat die drei „Helden“ seiner Geschichte, ehemalige Inhaftierte, über sechs Jahre lang begleitet. Entlang ihrer persönlichen Geschichte wurde durch einen tragenden Text und unterstützt von Fotos, Videos und ansprechenden Grafiken die Situation der „Geächteten“ geschildert. Entstanden sind schließlich berührende Einblicke in den Alltag im Straflager und in die schwierige Situation der Angehörigen. Das Spezial nimmt mit und klärt gleichermaßen auf.

 

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Über den Ferdinand Simoneit-Nachwuchspreis durften sich gleich zwei junge Journalisten freuen: die Handelsblatt-Redakteurin Kathrin Witsch reiste in die Lausitz, um dort den Kohle-Ausstieg und die Folgen einzufangen. In ihrer Reportage „Raus aus der Kohle – Ist die Lausitz noch zu retten?“ zeigt sie einfühlsam, wie der gewaltige Umbruch, der bereits seit Jahren im Gange ist, sowohl Kommunalpolitiker als auch Bürger fordert. Wie können Unternehmen angesiedelt, wie kann die Infrastruktur ertüchtigt und attraktiv gemacht werden? Witsch gelingt es dabei, die Protagonisten nicht als Verlierer darzustellen, sondern als Menschen, die versuchen, was möglich ist, und dabei durchaus kreativ zu Werke gehen.

Einem ganz anderen Thema hat sich indes Lukas Zdrzalek von Capital angenommen: die Altersvorsorge von Frauen. Der Autor verlieh der Thematik durch einen besonderen Kniff entsprechende Zugkraft. Seine Heldin ist eine Nonne, die das millionenschwere Portfolio einer Abtei steuert. Durch diesen besonderen Blick gelang es schließlich, das Thema Geld und Anlage nicht nur unterhaltsam zu vermitteln. Geldanlage wird auch zu einer Angelegenheit, die keineswegs nur etwas für „Experten“ ist.

 

Seit dem Jahr 2000 wird der Georg von Holtzbrinck-Preis für Wirtschaftspublizistik bereits verliehen. Der Ferdinand Simoneit-Nachwuchspreis für Wirtschafts- und Finanzjournalismus seit 2012. Alle Auszeichnungen sind mit jeweils 5.000 Euro dotiert.

Die Jury setzte sich in diesem Jahr zusammen aus Sven Afhüppe, Chefredakteur, Handelsblatt; Thomas Bellut, Intendant, Zweites Deutsches Fernsehen; Alexandra Borchardt, Director of Strategic Development, Reuters Institute for the Study of Journalism at the University of Oxford; Dieter von Holtzbrinck, Verleger, DvH Medien GmbH (Vorsitz); Dr. Michael Hüther, Direktor und Mitglied des Präsidiums, Institut der deutschen Wirtschaft Köln e.V.; Tonio Kröger, Geschäftsführer, antoni GmbH; Dr. Miriam Meckel, Gründungsverlegerin, ada; Dr. Henrik Müller, Professor für wirtschaftspolitischen Journalismus, Technische Universität Dortmund; Klaus-Peter Müller, ehem. Vorsitzender des Aufsichtsrats, Commerzbank AG; Nicole Prüsse, Geschäftsführerin Zentral-, Nord- und Osteuropa, ZenithOptimedia; Carola Gräfin von Schmettow, Sprecherin des Vorstands, HSBC Deutschland sowie Jochen Wegner, Chefredakteur, Zeit Online.

 

Bild von Shutterbug75 auf Pixabay

 

 


Tags: Journalismus, Auszeichnung

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