Klambt stellt Frauenzeitschrift „Heim und Welt“ vorerst ein

Der in Speyer, Rheinland-Pfalz, ansässige Klambt Verlag hat seine Frauenzeitschrift „Heim und Welt“ zunächst vom Markt genommen. Gegründet wurde der Titel 1948 von Werner A. Tönjes als Tageszeitung in Hannover, änderte später dann die Erscheinungsweise bei gleichzeitiger Hinzufügung des Untertitels in „Die Wochenzeitung für alle“. Später hielt der Hamburger Heinrich Bauer Verlag eine Beteiligung. Nach Verlagsangaben sollen fortan in unregelmäßigen Abständen noch weitere Heftfolgen in den Handel kommen. Die vorerst letzte Ausgabe 25/2014 kam am heutigen 7. Juni 2014 in die Regale des Zeitschriftenhandels.

Nachdem Klambt 1996 den Titel übernommen hatte wurde der Untertitel in „Alles für die Frau“ geändert. „Heim und Welt“ enthielt Yellowpress-typische Berichte über Royals, Rätsel, Rezepte, Horoskope und Tipps für den Alltag. Eher ungewöhnlich hingegen waren die Stellenanzeigen aus dem Erotikbereich, weshalb der Spiegel (Ausgabe 37/2008, Seite 108) einst auch vom „Zentralorgan“ der „horizontal Gewerbetreibenden“ sprach. Schon unmittelbar nach der Veröffentlichung der Erstausgabe enthielt der Anzeigenteil Offerten von Prostituierten. Im Jahre 1950 wurden Exemplare durch das Amtsgericht München beschlagnahmt, da Anzeigen „eindeutig dazu bestimmt seien, unzüchtigen Verkehr herbeizuführen.“

Die Auflage lag 1949 bei 300.000 Exemplaren, konnte bis Mitte der 1960er Jahre auf über 850.000 Stück gesteigert werden, bevor die Zahl der verkauften Hefte sank. Ende der 1970er Jahre konnte letztmals die 500.000er Marke notiert werden, bei Integration durch den Klambt-Verlag lag sie bei 136.431 Stück. Allein innerhalb des letzten Jahres ging die Zahl verkauften Exemplaren um 33 Prozent von 41.294 (IVW I/2013) auf aktuell 27.627 (IVW I/2013) Exemplare zurück. Der Copypreis lag zuletzt bei 1,60 Euro.