Einstellung der Harburger Anzeigen und Nachrichten (HAN)

Die Harburger Anzeigen und Nachrichten (HAN) werden zum 30.9.13 eingestellt. Das verkündete der Verlag heute den Mitarbeitern. Als Grund für die Schließung gibt der Verlag, die Lühmanndruck Harburger Zeitungsgesellschaft mbH & Co KG an, die Erlöse aus Verkauf und Anzeigen seien seit Jahren rückläufig. 32 festangestellte Mitarbeiter, darunter 11 Journalisten, sind von der Schließung betroffen, zusätzlich 11 Pauschalisten.



Die erste Ausgabe der HAN erschien am 5.10.1844. Die HAN erschien im Wahlkreis berühmter Politiker wie Herbert Wehner, Volker Rühe und Hans-Ulrich Klose. Besonders Herbert Wehner machte die HAN bundesweit bekannt, indem er ihr immer wieder exklusive Interviews gab.

"Mit der HAN stirbt ein Traditionsblatt, wieder wird die Hamburger Presselandschaft eintöniger", sagte Marina Friedt, Vorsitzende des Deutschen Journalisten Verbandes DJV Hamburg. "Wir fordern den Verlag auf, seiner sozialen Verantwortung gegenüber den Mitarbeitern, die mit viel Herzblut für das Bestehen ihrer Zeitung gekämpft haben, gerecht zu werden und den Verlust ihrer Arbeitsplätze finanziell gut abzufedern." Diese Aufforderung gilt insbesondere der Axel Springer AG, die mit knapp 25% am Verlag beteiligt ist. Der DJV Hamburg hat den Mitarbeitern der HAN volle Unterstützung zugesagt, auch bei den nun anstehenden Sozialplanverhandlungen.

Thorsten Römer, Geschäftsführer der herausgebenden Lühmanndruck Harburger Zeitungsgesellschaft mbH & Co. KG, erklärte, dass die Einstellung alternativlos wäre. Die Auflage sei in den letzten 15 Jahren um mehr als die Hälfte auf inzwischen 13.000 Exemplaren gesunken. Am Verlag ist die Axel Springer AG mit 24,8 Prozent beteiligt.

Nachdem Springer im Februar 2009 seine Minderheitsbeteiligungen an der Leipziger Volkszeitung, den Lübecker Nachrichten, den Kieler Nachrichten sowie den Anteil an der norddeutschen Verlagsholding Hanseatische Verlags-Beteiligung an die Verlagsgruppe Madsack verkaufte und im März 2009 dann die Regionalzeitung Elmshorner Nachrichten sowie die Beteiligung am Pinneberger Tageblatt (23,44 Prozent) an den Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlag (SHZ) veräußerte, verblieben die Harburger Anzeigen und Nachrichten bei Springer. "Die Beteiligung an den Harburger Anzeigen und Nachrichten und die Regionalzeitung Bergedorfer Zeitung verbleiben aufgrund ihrer Bedeutung für die Aktivitäten des Unternehmens im Kernraum Hamburg im Portfolio der Axel Springer AG", so damals eine Unternehmenssprecherin.