NRW: NRZ und RP vereinbaren einen Austausch redaktioneller Inhalte

FunkeDie Funke Mediengruppe sowie die Rheinische Post Mediengruppe richten die redaktionelle Arbeit ihrer Zeitungen „Neue Ruhr/Neue Rhein Zeitung“ (NRZ) und der „Rheinischen Post“ (RP) neu aus. Künftig wird für Rechtsrheinische Themen allein die NRZ zuständig sein, die RP bezieht hingegen fortan die Linksrheinischen Nachrichten von der NRZ. Die journalistische Eigenverantwortung soll beiden Medien dennoch erhalten bleiben, so Funke. Der Deutsche Journalistenverband steht dem Vorhaben indes kritisch gegenüber.

Die NRZ ist eine 1946 gegründete Tageszeitung, die seit 1975 zur Funke Mediengruppe (vormals WAZ-Konzern) gehört. Sitz der Zentralredaktion ist Essen. Die Höhe der Auflage der Zeitung wird durch Funke nicht ausgewiesen. Ebenfalls 1946 erschien die Rheinische Post mit Sitz in Düsseldorf. Diese hat eine tägliche verkaufte Auflage in Höhe von 325.888 Exemplaren (IVW I/2014). Erst kürzlich teilte der Verlag der Rheinischen Post, dass man die Redakteure zukünftig über das Tochterunternehmen RP Media beschäftigen werde. Dieses Unternehmen ist im Gegensatz zum Verlag nicht am gängigen Tarifvertrag gebunden. Die RP ist beteiligt an den Tageszeitungen Aachener Nachrichten, Saarbrücker Zeitung, Trierischer Volksfreund, Lausitzer Rundschau, Pfälzischer Merkur sowie an mehreren regionalen Rundfunksendern.

Der Deutsche Journalistenverband vertritt die Ansicht, dass den Lesern künftig ein „lokaler Einheitsbrei“ serviert werden wird. Denn mit der Entscheidung, redaktionelle Inhalte untereinander austauschen zu wollen, würden sich beide Verlage nicht mehr als Konkurrenten, sondern als Partner verstehen. Durch den ausbleibenden Wettbewerb könne das journalistische Geschäft nicht belebt werden. „Dieses Vorgehen zeigt erneut, wie dringend notwendig es ist, dass sich das Kartellamt die immer stärker werdende Zusammenarbeit der NRW-Verlage anschaut“, sagt Dr. Anja Zimmer, Geschäftsführerin des DJV-NRW. Und noch etwas zeige die neue publizistische Freundschaft: „Neben die Regelungen zur Pressekonzentration müssen dringend solche zur Sicherung der Medienvielfalt treten.“