Funke baut Marktposition in Hamburg aus

Erst vor wenigen Wochen hatte die Funke Mediengruppe das „Hamburger Abendblatt“ vom Axel Springer Verlag übernommen. Nun wurden mit „Hamburger Klönschnack“ und „Pinnwand“ zwei Lokalmagazine hinzugekauft. Zudem wurde eine Kooperation mit „Der Hamburger“ vereinbart. Funke bringt sich damit in Position gegenüber den Regional-Konkurrenten „Hamburger Morgenpost“.

Alle drei Stadtmagazine sind in der Metropolregion Hamburg etablierte Printmedien. Pinnwand ist eine in Pinneberg monatlich erscheinende kostenlose Zeitschrift, die vom Grafikdesigner Oliver Barth mit einer Auflage von 20.000 Exemplaren herausgegeben wird. Seit bereits mehr als 30 Jahren erscheint der „Hamburger Klönschnack“ und wird vom Hamburger Klaus Schünemann Verlag in der Region zwischen Wedel und Othmarschen mit einer Auflage von 61.000 Exemplaren an Haushalte verteilt. Schünemann und dessen Mitarbeiter sollen an Bord des Magazins, welches vom Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ als „eine ebenso eigenwillige wie liebenswerte Mischung aus „Bunte“, „Apotheken Umschau“ und „Titanic““ beschrieben wird, bleiben.

„Lokal, leidenschaftlich und lesernah – das zeichnet alle unsere Titel aus, und deshalb passen die Hamburger Lokalmagazine perfekt zu Funke“, sagte Manfred Braun, Geschäftsführer der Funke Mediengruppe. „Mit den drei neuen Titeln können wir zukünftig unseren Lesern und Werbekunden noch mehr bieten. Wir freuen uns sehr, mit den Investitionen in unsere Marktführerschaft ein klares Zeichen in Hamburg zu setzen“, sagt Frank Mahlberg, Verlagsgeschäftsführer des „Hamburger Abendblatts“ und der „Berliner Morgenpost“. Die Leser sehen dies zuweilen aber eher kritisch. „Anfang vom Ende?“ hinterfragt zum Beispiel Dedl Hammarö auf der Klönschnack-Facebook-Seite.

Das Magazin „Der Hamburger“, mit dem Funke eine Kooperation in Redaktion und Anzeigenvermarktung vereinbart hat, wurde erstmals im Oktober 2008 veröffentlicht. Die Journalisten und Mediendesigner Peter Felske , Hermann J. Müller, Dirk Bartos, Andreas Kersten und Christian Stevens verstehen das von ihnen entwickelte Magazin als ein „Kino zum Blättern“. Aufgrund des Heftformates (36 Zentimeter hoch und 27 Zentimeter breit) bezeichnet sie ihre Zeitschrift auch als „größtes Magazin Hamburg“. Seit September 2011 erscheint „Der Hamburger“ im neugegründeten Der Hamburger Verlag – die Stadtmedienmanufaktur GmbH. Verleger ist der frühere Tchibo-Vorstandsvorsitzende Dieter Ammer . Für die Verbreitung ist der ehemalige Vertriebsleiter der Bild-Zeitung Michael Ochs zuständig. „Der Hamburger“ erscheint quartalsweise bei einem Verkaufspreis von 9,80 Euro.