Braunschweiger Zeitung führt Paywall ein

Die „Braunschweiger Zeitung“ startet ein überarbeitetes E-Paper mit Apps für Tablet-PCs inklusive aktuellem Newsticker und führt ein Bezahlmodel („Metered Freemium“) für die Nachrichtenportale der Zeitung im Internet ein.


Die gesamte Verlagsbranche diskutiert seit geraumer Zeit, ob und wieviel Geld sie für ihre digitalen und elektronischen Angebote verlangen kann. Die Preismodelle sind vielfältig, es wird getestet und beobachtet. Sicher sei eines, sagt Harald Wahls, Geschäftsführer des Braunschweiger Zeitungsverlags: „Immer mehr Menschen nutzen ausschließlich die elektronischen und digitalen Angebote der Tageszeitungen. Wenn wir unsere Inhalte weiter mit hoher Qualität bereitstellen und unsere gesellschaftliche Aufgabe als unabhängiger Lieferant zuverlässiger Informationen wahrnehmen wollen, können wir unsere Online-Angebote nicht mehr ausschließlich kostenlos zur Verfügung stellen. Und es wäre auch ungerecht, wenn die Leser der gedruckten Zeitung die elektronischen Angebotsformen subventionieren, während diejenigen, die nur im Internet lesen, gar nichts dafür bezahlen.“ Es sei, so Harald Wahls, also nur konsequent, wenn die „Braunschweiger Zeitung“ für ihre digitalen Angebote künftig Geld vom Leser verlange.


Für das Internetangebot der „Braunschweiger Zeitung“ bedeutet dies: Ab sofort können Nutzer pro Monat bis zu 15 redaktionelle Beiträge kostenfrei lesen. Wer mehr möchte, schließt ein Online-Abonnement ab. Der Abonnent hat dann unbegrenzten Zugriff auf alle Angebote des Nachrichtenportals. Dafür erhält er neben verlässlichen Qualitätsinformationen aus der gedruckten Zeitung zusätzliche aktuelle Meldungen aus der Region, das aktuelle Fernsehprogramm, einen Nachrichtenticker und einen Liveticker beispielsweise zu den Spielen der großen regionalen Fußballclubs.

Die E-Paper-Ausgabe der Zeitung bietet das gewohnte Zeitungslayout. Verfügbar ist sie jetzt auch als App für Tablet-Computer – sowohl für das iPad als auch für Tablets mit Android-Betriebssystem. Um vielen Lesern die Apps zugänglich zu machen, bietet die „Braunschweiger Zeitung“ ihren Lesern hochwertige Tablets preisgünstig an. Das E-Paper steht dem Leser bereits ab 3 Uhr morgens, also deutlich früher als die gedruckte Zeitung, zum Herunterladen bereit. Es ist überall und jederzeit verfügbar, hat eine bequeme Suchfunktion und eine elektronische Archivfunktion. Der Vorteil für Abonnenten der gedruckten Zeitung: Die E-Paper-Ausgabe muss nicht identisch sein mit der Ausgabe ihrer gedruckten Zeitung. Der Nutzer kann also bequem auch andere Unterausgaben lesen. Aktuell gibt es günstige Einführungspreise für die neuen Angebote. Mittelfristig werden jedoch alle Vertriebsformen der Zeitung den gleichen Preis haben. „Es spielt keine Rolle, ob ich die Zeitung gedruckt, als E-Paper oder im Internet lese. Gezahlt wird in erster Linie für den Inhalt, nicht für die Darreichungsform“, so Harald Wahls. „Dafür, dass wir das E-Paper oder unsere Nachrichtenportale nicht drucken und zum Abonnenten bringen müssen, haben wir die Produkte ja bewusst mit einem 24-Stunden-Newsticker angereichert.“

Die WAZ Mediengruppe mit Hauptsitz in Essen ist eines der bedeutendsten europäischen Medienunternehmen. Zu ihr gehören allein im Printbereich mehr als 30 Tages- und Woche nzeitungen, über 170 Publikums- und Fachzeitschriften, rund 100 Anzeigenblätter und nahezu 400 Kundenzeitschriften. In Deutschland gibt das Unternehmen Tageszeitungen in Nordrhein-Westfalen, Thüringen und Niedersachsen heraus. Die vier NRW-Titel „Westdeutsche Allgemeine Zeitung“ (WAZ), „Westfälische Rundschau“ (WR), „Neue Ruhr / Neue Rhein Zeitung“ (NRZ) und „Westfalenpost“ (WP) haben eine Druckauflage von rund 821.000 Exemplaren. Die Anzeigenblätter der WVW/ORA sind Marktführer in Deutschland und Europa mit einer wöchentlichen Auflage von über 5,44 Millionen Exemplaren allein in NRW. Die WAZ Mediengruppe, für die 11.000 Mitarbeiter tätig sind, hält Mehrheitsbeteiligungen an lokalen Radiosendern in NRW. Auf dem Fernsehmarkt hat sich das Haus an NRW.TV beteiligt. Im Magazinbereich besitzt die WAZ-Gruppe unter anderem den Münchener Gong Verlag („Gong“, „TV direkt“), die WAZ-Women Group („Neue Welt“, „Frau im Spiegel“) sowie zahlreiche Tier-, Rätsel- und Fachzeitschriften. Außerhalb Deutschlands engagiert sich die WAZ Mediengruppe auf dem österreichischen Zeitungsmarkt („Kronen Zeitung“, „Kurier“) so wie in Südost- und Osteuropa. Darüber hinaus gehören etliche Druckerei en im In- und Ausland zum Unternehmen.