Frankfurter Rundschau: Journalisten warnen vor herben Verlusten für die Medienlandschaft

Vor einem „herben Verlust für die bundesdeutsche Presselandschaft“ hat der DJV-Landesverband Nordrhein-Westfalen angesichts der jüngsten Entwicklungen bei der Frankfurter Rundschau gewarnt. Zugleich erklärte sich der Verband anlässlich des Gewerkschaftstages in Bad Honnef solidarisch mit den Redakteurinnen und Redakteuren der Tageszeitung.

Die traditionsreiche und fortschrittliche Zeitung, deren Gesellschafter unter anderen der Kölner Verlag M. DuMont Schauberg sowie die SPD Medienholding DDVG sind, dürfe nicht auf eine Regionalausgabe der Berliner Zeitung reduziert werden, heißt es in einer in Bad Honnef verabschiedeten Erklärung des Verbandes. Die Vielfalt von Information und Meinung „bleibt auf der Strecke, engagierte und kompetente Journalisten verlieren ihre Arbeit. Das ist ein verheerendes Signal“, fürchten die Journalistengewerkschaft, die die Interessen von mehr als 7.000 Mitgliedern vertritt. Die Verantwortlichen sollten ihr Vorhaben überdenken und ihrer publizistischen Verantwortung gerecht werden.


Die Mitglieder richteten einen dringenden Appell auch an den Westdeutschen Rundfunk (WDR), seine regionale Berichterstattung beim Radio auf qualitätsvollem Niveau aufrecht zu erhalten. Reformpläne deuteten darauf hin, dass die geplante Streichung regionaler Sendeplätze und die Verkürzung von Beiträgen auch die Arbeitsmöglichkeiten für viele freie Mitarbeiter des WDR einschränken sowie die Qualität der regionalen Berichterstattung deutlich vermindern würden. Der WDR solle seinen Programmauftrag ernst nehmen und die Berichterstattung über NRW verstärken.

Mit Blick auf die angespannte Finanzlage bei der Deutschen Welle und aktuelle Umstrukturierungspläne des deutschen Auslandsrundfunks forderte der Gewerkschaftstag zu Gesprächen mit dem Staatsminister für Kultur und Medien sowie mit Bundestagsabgeordneten über die Unverzichtbarkeit des Senders auf. Drohende Etatkürzungen und Entlassungen in dreistelliger Höhe stellten eine Gefährdung des Senders als eine unabhängige Stimme aus Deutschland dar.