Zweite Tarifrunde Tageszeitungen

Die Deutsche Journalistinnen- und Journalisten-Union (dju) in ver.di erwartet in der zweiten Tarifrunde für die rund 14.000 festen und freien Tageszeitungsjournalistinnen und -journalisten ein verhandelbares Angebot und damit eine deutliche Bewegung des Bundesverbands Deutscher Zeitungsverleger (BDZV). Die Verhandlungen werden am morgigen Donnerstag (10. März 2016) in Frankfurt/Main fortgesetzt.


"Wachsende Anforderungen und eine zunehmende Arbeitsverdichtung für die Beschäftigten durch digitale Verbreitungswege und die Print-Ausgaben der Zeitungen, gleichzeitig aber unterdurchschnittliche Gehaltsentwicklungen, so sieht die Arbeit in den Tageszeitungsredaktionen aus. Die Arbeitgeber müssen die wichtige Arbeit der Journalisten angemessen honorieren. Gestiegene Leistungsanforderungen und schleichende Einkommensentwicklungen passen nicht zusammen. Mit dieser Tarifrunde wollen wir das korrigieren. Vom BDZV erwarten wir ein ernstzunehmendes Angebot", sagte der stellvertretende ver.di-Vorsitzende Frank Werneke.

Die dju in ver.di fordert fünf Prozent mehr Geld, mindestens aber 200 Euro für die Beschäftigten. Zur ersten Tarifrunde hatte der BDZV kein konkretes Angebot vorgelegt, stattdessen aber Gehaltssenkungen durch Verschlechterungen bei den Berufsjahresstaffeln ins Gespräch gebracht.

 

"Die Entwertung journalistischer Arbeit muss gestoppt werden. Guter Journalismus braucht gut qualifizierte und motivierte Beschäftigte und eine entsprechende Entlohnung. Stattdessen regiert in vielen Redaktionen der Rotstift, was Budgets und Personal angeht. Das ist eine fatale Entwicklung für die Qualität des Journalismus", so Werneke.

Daten des Statistischen Bundesamts zeigen, dass Journalistinnen und Journalisten in Tageszeitungen in den letzten Jahren Reallohnverluste hinnehmen mussten. Während die Tarife in der Gesamtwirtschaft zwischen 2000 und 2015 um 36,2 Prozent anstiegen und die Inflation um 23,7 Prozent zulegte, betrug die Tarifsteigerung für Tageszeitungsredakteure im gleichen Zeitraum lediglich 19,4 Prozent.