Deutscher Werbemarkt bleibt im ersten Halbjahr im Plus

Der deutsche Werbemarkt hat sich in den ersten sechs Monaten des Jahres gegenüber dem Vorjahreshalbjahr für die meisten Mediengruppen positiv entwickelt. Der Gesamtmarkt verzeichnet ein Plus von 1,7 Prozent gegenüber dem ersten Halbjahr 2014 und verbucht Bruttoausgaben von 13,4 Milliarden Euro. Das zeigt die aktuelle Bilanz zum Bruttowerbemarkt von Nielsen, einem globalen Performance Management Unternehmen.


Die weiterhin am stärksten wachsende Mediengruppe bleibt mit 61,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr die Mobile Werbung. „Werbung auf mobilen Endgeräten liegt weiterhin im Trend, auch wenn diese Mediengruppe im Juni rückläufige Werbeausgaben ausweist“, erläutert Ingo Schier, Vorsitzender der Geschäftsführung von Nielsen Deutschland. „Dieser Anstieg zeigt, dass auch die Werbetreibenden auf die Änderungen in der Mediennutzung reagieren. Sie haben im ersten Halbjahr mehr als 120 Millionen Euro für Mobile Werbung ausgegeben.“

Ein Wachstum konnte ebenfalls die Kinowerbung verbuchen. „Auch wenn dieses Wachstum nicht so hoch ist wie bei der Mobilen Werbung, ist es trotzdem beachtlich“, sagt Ingo Schier. „Umso mehr, wenn man sieht, dass etwa im Sommermonat Juni die Werbetreibenden ihre Ausgaben für Kinowerbung deutlich heruntergefahren haben.“ Auf Halbjahressicht wächst die Kinowerbung um 13,2 Prozent auf knapp 52 Millionen Euro.

 

Das Leitmedium Fernsehen verbuchte bis Ende Juni 2015 rund 6,2 Milliarden Euro für die Vermarktung seiner Werbeplätze und wächst damit gegenüber dem Vorjahreshalbjahr um 3,7 Prozent. „Die TV-Werbung nimmt weiterhin fast die Hälfte der deutschen Werbebilanz ein. Sie ist und bleibt ein Wachstumsgarant”, sagt Ingo Schier. Das Fernsehen zeigt zudem die besondere Bedeutung von sportlichen Großereignissen für die Werbetreibenden. So gingen die Werbeausgaben im Juni bei den öffentlich-rechtlichen Sendern im Vergleich zum Juni 2014 um fast die Hälfte zurück. Die privaten Sender konnten einen Zuwachs von rund 25 Prozent verbuchen. „Ein nicht unerheblicher Einfluss bei der Verlagerung der Werbeausgaben dürfte in der Übertragung der Fußball-WM im Juni 2014 durch ARD und ZDF liegen“, so Ingo Schier.

Die PKW-Branche ist weiterhin die Nummer eins. Im ersten Halbjahr 2015 haben die Automobilhersteller in diesem Bereich insgesamt fast 850 Millionen Euro für Werbung ausgegeben – ein Anstieg von 0,6 Prozent gegenüber dem Vorjahreshalbjahr. Die Werbeaufwendungen für den Opel Adam wurden maßgeblich erhöht – im ersten Halbjahr 2015 auf über 69,3 Millionen Euro. Das sind fast 62 Prozent mehr als noch im Vorjahr. Die Volkswagen AG hingegen reduziert ihre Brutto-Spendings im ersten Halbjahr um 37,3 Prozent und gab rund 62 Millionen Euro für Werbung aus

 

Bei den Top-Werbetreibenden hat Lidl die Brutto-Spendings im ersten Halbjahr 2015 gegenüber dem Vorjahreshalbjahr um 50,8 Prozent gesteigert. Insgesamt gab der Discounter in den ersten sechs Monaten des Jahres rund 165 Millionen Euro für Werbung aus – vor allem für die im Februar gestartete crossmediale Image-Kampagne. Auf Halbjahressicht belegt Lidl damit hinter Procter&Gamble (- 2,3 %: HJ1 2015: 222,3 Mio. Euro) und L’Oreal (+ 4,3 %: HJ1 2015: 190 Mio. Euro) den dritten Platz unter den Top Werbetreibenden.

Anmerkung: Die von Nielsen erhobenen Bruttowerbedaten geben den Werbedruck wieder, den die Werbetreibenden für ihre Produkte und Services beim Konsumenten entfachen. Aus den Bruttowerbedaten lässt sich detailliert ablesen, welche Mediastrategie die Werbetreibenden verfolgen. Der Bruttowerbemarkt erhebt keinen Anspruch, die individuellen monetären Geldflüsse zwischen den Marktteilnehmern widerzuspiegeln, deren Konditionen naturgemäß von der Marktposition des Werbetreibenden bzw. der Agentur sowie der allgemeinen Nachfrage am Werbemarkt bestimmt wird. Diese individuellen Geldflüsse zwischen den Marktteilnehmern werden auch nicht öffentlich bekannt gegeben.

 

Basis der bereinigten Vorjahreswerte bilden alle Werbeträger inklusive der natürlichen Abgänge/Einstellungen oder Launches auf dem Medienmarkt. Aktive Titel-Aufnahmen durch Nielsen bei bestehenden Werbeträgern sowie aktive Einstellungen der werbestatistischen Erfassung bei Weiterbestehen der Werbeträger auf dem Markt werden aus dem bereinigten Trend ausgeschlossen.