Jugendpresse Deutschland unterstützt vielfältige Schülerzeitungslandschaft

Was gehört zu einer vielfältigen journalistischen Berichterstattung? Wie kann Vielfalt in und durch eine Schülerzeitung praktisch gestaltet werden? Und warum ist das überhaupt wichtig? Diesen Fragen geht die heutige Diskussion "Vielfalt im Journalismus“ beim Schülerzeitungskongress der Jugendpresse in der Friedrich-Ebert-Stiftung auf den Grund.


Die besten Schülerzeitungen Deutschlands, die morgen bei einer feierlichen Preisverleihung im Bundesrat von Bundesratspräsident Volker Bouffier ausgezeichnet werden, diskutieren mit Michael Götting, Autor , Journalist und Mitglied von Neue Deutsche Medienmacher; Laura Eigenmann, Redakteurin am Zentrum Gender Studies Universität Basel, Rebecca Maskos, Psychologin und Journalistin, seit langem aktiv in der Behindertenbewegung, und Sophia Hofer, Bundesvorstand Jugendpresse Deutschland, über ihre Erfahrungen in diesem Themengebiet.

Noch immer mangelt es im Journalismus auf vielen Ebenen an Vielfalt. In den Redaktionen sind Frauen meist in der Minderheit. Ebenso liegt der Anteil von Menschen mit Behinderungen, mit Migrationsgeschichte oder nicht-christlichem Hintergrund deutlich unter dem in der deutschen Gesamtbevölkerung. Parallel dazu spiegeln auch die Inhalte von Artikeln und Sendungen meist nicht die in Deutschland vorhandene Vielfalt wieder. Es stellt sich die Frage, für welche Menschen journalistische Medien gemacht werden und in wie weit sie eine eigenständige Meinungsbildung ermöglichen, wenn Geschichten oft nur aus ein und derselben Perspektive erzählt werden.

 

Auch Schulen und Schülerzeitungen kommen am Thema ‚Vielfalt‘ nicht vorbei. Ein vielfältiges Berichten stellt die Schülerzeitungen häufig vor Herausforderungen – z.B. wenn es um die Zusammensetzung von Redaktionen geht oder die Frage, wie Schülerzeitungen dem unterschiedlichen Alter und den unterschiedlichen Fähigkeiten ihrer Leserschaft gerecht werden können. „Wir möchten die vielfältige Schülerzeitungslandschaft unterstützen und fördern“, erklärt Sophia Hofer, Bundesvorstand Jugendpresse Deutschland. „Da beim Schülerzeitungswettbewerb der Länder verschiedene Schulkategorien- von der Grundschule über die Förderschule bis hin zur beruflichen Schule - geehrt werden, leistet der Wettbewerb selbst einen guten Beitrag zur Förderung aller Schülerzeitungsredaktionen in Deutschland und nicht nur speziell einer bestimmten Schulform. Auch das verstärkt die Perspektivenvielfalt in Schülerzeitungen.“ Um diese Vielfalt und damit verbundene Meinungs- und Deutungshoheit auch an Schulen zu unterstützen, muss genau dort etwas getan werden: Gleichstellungsbeauftragte an den Schulen, Religionsunterricht für alle, das Vorgehen gegen rechtsextreme oder rassistische Vorfälle an Schulen und die Förderung von Schülern beim Lernen mit Behinderung sind dafür Voraussetzungen.

„Frauen, Menschen mit Migrationshintergrund, schwarze Menschen, Menschen mit Behinderung und andere Minderheitengruppen müssen in den Redaktionen der Republik verstärkt gefördert werden, damit sie mit ihren Perspektiven und Erzählungen sichtbar sind und für Nachwuchsjournalisten als Vorbilder dienen können“, meint auch Michael Götting.

 

Die Diskussion ist zentraler Programmpunkt des Schülerzeitungskongresses, der im Rahmen der Preisveranstaltung des Schülerzeitungswettbewerbs der Länder in der Friedrich-Ebert-Stiftung stattfindet. Er wird von den Ländern der Bundesrepublik Deutschland und der Jugendpresse Deutschland veranstaltet und von der Kultusministerkonferenz empfohlen. Bundesratspräsident Volker Bouffier ist Schirmherr des Wettbewerbs. Unter dem Titel „Kein Blatt vorm Mund“ haben sich 1900 Schülerzeitungsredaktionen beworben. Neben den Preisen nach Schulkategorien vergeben die Veranstalter gemeinsam mit den Partnern Sonder- und Förderpreise für einzelne Leistungen oder ganze Schülerzeitungen. Die Friedrich-Ebert-Stiftung hat den Wettbewerb in diesem Jahr besonders gefördert.