100 Jahre Schweizer Illustrierte: Eine zeithistorische Serie zum Auftakt der Feierlichkeiten

Die Schweizer Illustrierte feiert im Dezember 2011 ihren 100. Geburtstag. Am Montag, 19. September startet die SI ihre Jubiläumsberichterstattung mit einer außergewöhnlichen Serie: die zehn Dekaden der Zeitschrift werden in zehn Teilen auf jeweils zehn Seiten aufbereitet. Zudem spricht Verleger Michael Ringier in einem Interview über seine Zeit bei der SI.


Ringier hat mit der Schweizer Illustrierte Mediengeschichte geschrieben. Am 9. Dezember 1911 erschien die erste Ausgabe, damals noch unter dem Namen «Schweizer Illustrierte Zeitung». Es war die erste Nachrichten-Illustrierte der Schweiz und von Anfang an ein Wochenmagazin. SI-Autorin Stephanie Ringel und Fotoredakteurin Regula Siebenmann arbeiteten sich in den vergangenen Wochen für die nun am kommenden Montag startende Jubiläums-Serie durch alle hundert Archiv-Bände und tausende von redaktionellen Seiten. Welches waren die wichtigsten Ereignisse des jeweiligen Jahrzehnts, wie lebten damals die Menschen, wie war die Mode, die Musik, das Leben? Wer bestimmte das öffentliche Leben in Politik, Wirtschaft, Sport und Kultur? Welche Abenteurer begeisterten und für welche Filmstars schwärmte man?

Entstanden ist eine ganz außergewöhnliche Serie, welche die nationale und internationale Zeitgeschichte auferstehen lässt und gleichzeitig auch die Lebensgeschichte der SI und ihrer Macher beleuchtet. Gezeigt werden die schönsten, damals in der SI abgedruckten Bilder, eine Chronologie erinnert daran, was in jener Dekade geschah - und ein Augenzeuge pro Jahrzehnt erzählt aus seiner Zeit. Revolutionär war, dass Verleger und SI-Gründer Paul August Ringier von Anfang an auf die Macht der Fotografie setzte. Sein Motto lautete: die aktuellen Nachrichten in den Tageszeitungen werden erst durch die Bilder in seinem neuen Magazin wirklich vollkommen. Er erfand damit lange vor dem TV-Gerät eine Art gedrucktes Fernsehen.

 

Der Erfolg gab ihm Recht. Das zeigt der Besuch des Deutschen Kaisers Wilhelm II. im September 1912 in der Schweiz: Paul Ringier machte den Besuch an drei Wochen hintereinander zum Titelthema. Gezeigt wurden alle Fotos des Kaisers in der Schweiz, die man auftreiben konnte. Die Hefte waren innert kürzester Zeit ausverkauft. Später begleitete die SI die Polizei in Opiumhöhlen. Grace Kelly auf einer Schiffsreise von den USA nach Europa. Sie erzählt von indischen Leichenverbrennungen, besucht Pablo Picasso in Südfrankreich und Friedrich Dürrenmatt in der Schweiz. Bis Anfang der 90er Jahre blieb die Schweizer Illustrierte ein internationales Gesellschafts-Magazin, das Geschichten aus der Schweiz, vor allem aber aus der Welt erzählte. Ab dann fokussierte die SI auf die Schweiz und ihre Stars.

Die Serie startet am kommenden Montag, 19. September 2011. Verleger Michael Ringier gibt in derselben Nummer zudem ein Interview und spricht über seine Zeit als Journalist bei der Schweizer Illustrierte, verrät Redaktionsgeheimnisse und das Erfolgsrezept der SI.