Fachmedien steigerten 2011 den Umsatz um 1,9 Prozent

Deutsche Fachverlage zeichnen sich durch ihre große Marktnähe aus. Diese Stärke spiegelt sich auch im Erfolg ihres modernen Produktportfolios wider. Mit einem Plus von 1,9 Prozent wuchs der Umsatz der Fachmedienbranche in 2011 gegenüber 2010 auf insgesamt 3,09 Milliarden Euro. Damit konnten die Fachverlage die leichte Umsatzerholung des Vorjahres (2010: +0,8 Prozent) weiter vorantreiben.

Als Umsatztreiber verantwortlich für das gute Ergebnis waren vor allem elektronische Medien und Events, die sich für Professionelle Entscheider als unverzichtbare Medien etabliert haben. Das zeigt die aktuelle Fachpresse-Statistik 2011 der Deutschen Fachpresse. Für die jährliche repräsentative Statistik wurden von Februar bis April 2012 die Mitglieder der Deutschen Fachpresse zu ihren betrieblichen Kennzahlen befragt. Errechnet wurden die Daten im Auftrag der Deutschen Fachpresse vom Institut Bellgardt + Behr (Frankfurt am Main).

Die Ergebnisse der Fachpresse-Statistik belegen einmal mehr den besonderen Stellenwert unserer Produkte für Entscheider in Wirtschaft, Wissenschaft und Politik“, sagt Karl-Heinz Bonny, Sprecher der Deutschen Fachpresse. „Während die Bereitschaft, für Informationen Geld auszugeben, in der Gesellschaft insgesamt eher sinkt, können wir gegen den Trend auf die Zahlungsbereitschaft unserer Kunden zählen in allen Medienformaten. Das zeigt uns, unsere Medien sind relevant.

Besonders erfolgreich waren deutsche Fachverlage im vergangenen Jahr in den neuen Geschäftsfeldern elektronische Medien und Events. Mit einem Plus von 17,6 Prozent (2010: +10,4 Prozent) waren digitale Angebote erneut die stärksten Umsatztreiber, sie erwirtschafteten sowohl im Anzeigenmarkt als auch im Vertrieb ein deutliches Plus. An den Gesamterlösen mit Fachmedien entfiel auf sie ein Anteil von 15,1 Prozent (466 Mio. Euro). Eine sichtbare Umsatzsteigerung von 13,9 Prozent verzeichneten Fachverlage zudem im Bereich Dienstleistungen. Mit einem Plus von 22 Millionen Euro konnte hier insbesondere das Veranstaltungsgeschäft zum guten Ergebnis beitragen. Mit Dienstleistungen erzielten die Fachmedienhäuser in 2011 insgesamt einen Umsatzanteil von 6,3 Prozent (194 Mio. Euro). Wichtigste Erlösquelle blieben in 2011 die Fachzeitschriften mit einem Umsatzanteil von 58,1 Prozent (1,8 Milliarden Euro). Während im Vorjahr noch ein leichtes Plus in diesem Segment erwirtschaftet wurde, mussten die Verlage in 2011 jedoch einen Rückgang der Fachzeitschriftenerlöse von 0,6 Prozent hinnehmen. Dieses resultierte insbesondere aus sinkenden Vertriebserlösen (-23 Mio. Euro), der Anzeigenmarkt wuchs hingegen leicht um 19 Millionen Euro. Gesunken ist zudem erneut die Zahl der Fachzeitschriftentitel am Markt, von 3.829 Titeln im Jahr 2010 auf 3.683 Titel in 2011. Das Fachmediensegment Fachbücher/Loseblatt erzielte in 2011 ein Minus, hier gingen die Umsätze um 3,7 Prozent auf einen Anteil von 20,6 Prozent an den Gesamterlösen zurück (634 Mio. Euro).

Für das laufende Jahr zeigen sich deutsche Fachverlage vorsichtig optimistisch. Mehr als die Hälfte der Verlage geht davon aus, dass sie ihr Jahresergebnis auf dem guten Niveau des Vorjahres halten wird, weitere 28 Prozent erwarten ein besseres Ergebnis als in 2011. Etwa jeder sechste Verlag rechnet mit einem Rückgang des Jahresergebnisses in 2012. „Unsere Medien bewegen Märkte, und sie sind gleichzeitig von ihnen abhängig. Wir sind zuversichtlich, dass die deutsche Wirtschaft im laufenden Jahr gute Ergebnisse erzielen wird und dass unsere Branche sie dabei als verlässlicher Partner begleitet“, so Karl-Heinz Bonny. Das zeigten auch die Ergebnisse der aktuellen „WerbeTrend-Studie 2012“ der Deutschen Fachpresse. Hierin rechnen mehr als drei Viertel der Marketing- und Mediaentscheider in Unternehmen und Agenturen und der Anzeigenleiter in Fachverlagen mit positiven Aussichten für die deutsche Wirtschaft, für ihr eigenes Unternehmen und vor allem für die Etats der B-to-B-Kommunikation.