Stellenabbau beim Berliner Verlag

Die Geschäftsführung des Berliner Verlags hat die Konsequenzen aus der angespannten wirtschaftlichen Lage und der vorläufigen Insolvenz der Frankfurter Rundschau gezogen. Bis Ende 2013 sollen insgesamt 40 der 368 Stellen abgebaut werden - 27 Stellen in der Verwaltung und 13 in der Redaktion des "Berliner Kurier". Zum jetzigen Zeitpunkt ist über die Zukunft der Frankfurter Rundschau noch nicht entschieden. Von dieser Frage wird auch abhängen, ob die gemeinsame Mantelproduktion in Berlin fortgeführt wird. Sollte die Lieferung des Mantelteils für die Frankfurter Rundschau eingestellt werden, so würde das einen weiteren Stellenabbau nach sich ziehen: In der Redaktion der "Berliner Zeitung" entfielen 12, bei der Autorengemeinschaft 14 und bei der Mantelproduktion 20 Stellen.

Die strukturellen Veränderungen in der Branche und der Einbruch des Anzeigengeschäfts haben dazu geführt, dass der Berliner Verlag bereits 2011 gegenüber dem Vorjahr rund 4,5 Millionen Euro Umsatz bei Anzeigen und Beilagen verloren hat. In diesem Jahr rechnet die Geschäftsführung mit einem weiteren Verlust von 5 Millionen Euro im Anzeigengeschäft. Mit dem geplanten Stellenabbau wird es gelingen, die Strukturen im Verlag effizienter zu gestalten und diesen für die Zukunft neu auszurichten.
Die Geschäftsführung bedauert die Maßnahmen, hält sie aber für unvermeidlich. Geschäftsführer Michael Braun: "Die nun beschlossenen Schritte sind schwer zu verkraften und vor allem für alle betroffenen Mitarbeiter von einschneidender Tragweite. Dennoch sind sie notwendig. Wir müssen in einem Schritt den Berliner Verlag aus dem Verlustbereich herausholen. Denn ohne ein wirtschaftlich solides Fundament können Tageszeitungen nicht mehr auf die Umbrüche am Markt reagieren und die so wichtigen Investitionen in die Zukunftsfähigkeit tätigen."


Die "Berliner Zeitung" ist die größte Abonnementzeitung in Berlin. Durch den Magazinausbau konnte die Wochenendausgabe der Berliner Zeitung neue Leser hinzugewinnen. Der Berliner Kurier erreicht als Boulevardzeitung im Osten der Stadt sowohl im Abo als auch als Kaufzeitung fast Alleinstellung. Hierzu erklärt Geschäftsführer Stefan Hilscher: "Für eine erfolgreiche Zukunft werden wir auch weiterhin auf die Marktbedeutung des Berliner Verlags und die Stärken unserer Printprodukte im Berliner Markt setzen. Zusätzlich ist es wichtig, dass der Verlag jetzt neue Geschäftsfelder erschließt, um auf die Veränderungen im Markt zu reagieren."
Im September 2012 hat die Berliner Zeitung bereits erfolgreich ihre App gestartet. Für den Berliner Kurier ist eine werbegestützte App geplant. Des Weiteren ist der Berliner Verlag dabei, intelligente Bezahlmodelle für hochwertige digitale Inhalte zu entwickeln. Weitere Maßnahmen will der Berliner Verlag zusammen mit seinen Mitarbeitern aufsetzen. Im nächsten Jahr soll es ein dazu ein verlagsinternes Zukunftsprogramm geben.