Streik bei der Ostseezeitung

Um ihren Forderungen in den laufenden Tarifverhandlungen zur Standort- und Beschäftigungssicherung Nachdruck zu verleihen, sind Mitarbeiter aus Redaktion und Verlag der Ostsee-Zeitung heute 22.01.2016) in einen befristeten Ausstand getreten. Die Streikenden zogen spontan für eine Protestkundgebung vor das Hotel „Radisson“, in dem der Neujahrsempfang der Zeitung stattfindet.


In den Verhandlungen hatte die Geschäftsleitung der zum Madsack-Konzerns gehörenden Ostsee-Zeitung zuletzt einen von den Gewerkschaften ver.di und DJV geforderten generellen Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen abgelehnt. Die Absicht, Mindestbesetzungsregelungen für die Redaktionen festzuschreiben, um Mitarbeiter vor Überlastungen zu schützen, erklärte das Management für nicht verhandelbar. Die Forderung nach Mindestabfindungen bei freiwilligem Ausscheiden sind ebenfalls umstritten.

 

Die Tarifverhandlungen sind eine Reaktion auf Pläne des Madsack-Konzerns bei der größten Tageszeitungen Mecklenburg-Vorpommerns (aktuelle Auflage: 143 000 Exemplare) ein Viertel der Stellen in der Redaktion abzubauen. Auch im Verlagsbereich sind noch nicht näher konkretisierte Maßnahmen angedroht. Befürchtet wird – dem Beispiel anderer Titel der Mediengruppe folgend – der Verlust tariflich gesicherter, qualifizierter Arbeitsplätze in Mecklenburg-Vorpommern. Größter Einzelgesellschafter des Konzerns mit Stammsitz in Hannover ist die SPD-Medienholding ddvg.