taz startet Bauarbeiten für neues Verlagshaus

Rund 500 Meter südlich des jetzigen Verlagshauses in der Berliner Rudi-Dutschke-Straße wird die taz eins von sechs neu erschlossenen Baufeldern um die ehemalige Blumenmarktgroßhalle bebauen. Ehe der erste Spatenstich getan wird und in wenigen Wochen mit dem Aushub der Baugrube begonnen wird, musste das Baufeld bereinigt werden. Ein gerade für die taz heikles Unterfangen, beinhaltete es doch das Fällen einer Reihe schöner alter Bäume.


Auf einem Haus gegenüber dem Bauplatz in der Hedemann- Ecke Friedrichstraße hat die taz eine Zeitrafferkamera installiert. In den kommenden beiden Jahren wird der Bauprozess bis zur Fertigstellung im 15-Minuten-Takt aufgezeichnet und kann auf taz.de verfolgt werden. „Um die Schnurbäume, herrliche Parkbäume mit weit ausladender Krone, ist es wirklich schade“, schreibt taz-Geschäftsführer Karl-Heinz Ruch in seinem Bautagebuch auf taz.de. Eine Anwohnerin hatte das Fällen der Bäume in letzter Minute noch mit einem Eilantrag zu verhindern versucht. Gemäß Bebauungsplan aus dem Juni 2011 war die Aktion jedoch gesetzlich abgesichert. Für alle Mitarbeitenden sprechend fügte Ruch hinzu: „Wir passen auf, dass neue Bäume im entstehenden Quartier gepflanzt werden. Versprochen!“

Insgesamt sechs Baufelder rund um die ehemalige Blumengroßmarkthalle werden in den kommenden Jahren bebaut. Aktuelle Baugruben gibt es östlich der Halle auf dem Baufeld V und südlich der Halle auf dem Baufeld IV, in der in der vergangenen Woche gleich zwei Fliegerbomben entschärft werden mussten. Von den begleitenden Evakuierungen war auch das Redaktionsgebäude der taz betroffen, die Produktion der vorvergangenen Montagsausgabe wurde provisorisch in die angemieteten Büroräume des taz-Verlages in der Charlottenstraße und im Parlamentsbüro am Schiffbauer Damm verlagert.

Anfang November soll mit den Arbeiten an der Baugrube begonnen werden. Das neue taz-Haus wird auf seiner gesamten Fläche unterkellert und im Kernbereich mit einem zweiten Untergeschoss zur Aufnahme komprimierter Haustechnikanlagen versehen sein. Zur sicheren Gründung werden über 80 bis zu 20 Meter lange Stahlbetonpfähle mit einem Durchmesser von 60 cm in den Untergrund eingebracht. Diese Arbeiten beginnen Anfang November und sollen im März 2016 abgeschlossen sein.

Den 2014 von der taz für den Neubau initiierten Architektenwettbewerb hatte das Architekten-Büro E2A Piet Eckert und Wim Eckert, Zürich gewonnen. Der Neubau ist u.a. mit Kapitaleinlagen von über 6 Millionen Euro finanziert, die in einer stillen Gesellschaft gesammelt wurden. Hinzu kommen 3,35 Millionen Investitionszuschuss aus Mitteln der Gemeinschaftsaufgabe zur Förderung der Regionalen Wirtschaftsstruktur (GRW). 7,5 Millionen sollen durch ein langfristiges Bankendarlehen finanziert werden. Die Mitarbeitenden der taz sollen nach Abschluss der Bauarbeiten, die für das Jahr 2017 vorgesehen sind, wieder unter einem Dach arbeiten können. In der heutigen Rudi-Dutschke-Straße, die ihren Namen auf Initiative der taz im Jahr 2008 bekam, arbeiten Verlag und Redaktion in zwei benachbarten Häusern. Schon lange bieten sie nicht mehr genug Platz für alle tazlerInnen.