Presse-Grosso treibt Strukturwandel voran

Frank Nolte

Der Pressegroßhandel in Deutschland wird seinen Strukturwandel auch in den kommenden Jahren aktiv und engagiert vorantreiben: In Kooperationen und Unternehmenszusammenschlüssen sehen zahlreiche Pressegrossisten geeignete strategische Instrumente zur Bündelung ihrer Kräfte, um den Herausforderungen des veränderten Printmarktes kraftvoll zu begegnen. Dies ist das zentrale Ergebnis einer aktuellen Umfrage des Bundesverbandes Presse-Grosso unter seinen 51 Mitgliedsunternehmen. "Das deutsche Presse-Grosso geht alles andere als fatalistisch in die Zukunft. Unsere Branche agiert zukunftsoffen und entschlussfähig", bilanziert Frank Nolte, 1. Vorsitzender des Grosso-Verbandes, die Schlüsselerkenntnis der Umfrage.

 

Der Umfrage zufolge haben rund ein halbes Dutzend Unternehmen konkrete Pläne, in den nächsten fünf bis sechs Jahre zu fusionieren. Weitere Mitgliedsunternehmen schließen einen Unternehmenszusammenschluss innerhalb der nächsten fünf bis sechs Jahre nicht aus. Damit wird sich der Konzentrationsprozess im Presse-Grosso in den kommenden Jahren noch beschleunigen. An der Umfrage des Bundesverbandes Presse-Grosso beteiligten sich drei Viertel der angefragten Mitgliedsunternehmen.

Nolte sieht in den zentralen Ergebnissen einen anschaulichen Beleg für den anhaltenden Wandel im Pressevertrieb sowie eine Bestätigung der Veränderungsbereitschaft und Innovationskraft der unabhängigen Presse-Grossisten. "Der Printmarkt", so Nolte, "schrumpft und unser Funktionsrabatt wird bis 2018 weiter stufenweise zu Gunsten der Verlage gekürzt. Darauf werden wir uns einstellen, um die publizistische und wirtschaftliche Effizienz des vollversorgenden Pressegroßhandels zu erhalten und langfristig zu stärken." Hohe Qualität und Effizienz des Vertriebs kämen den Verbrauchern ebenso zu Gute wie den Marktpartnern. Doch die Unternehmensgröße alleine ist, wie der 1. Vorsitzende erläutert, kein Garant für Erfolg. Es komme im Pressevertrieb insbesondere auf die regionale Kompetenz, Nähe zum Kunden und die Zufriedenheit des Publikums an. "Der Public Value unserer Branche als neutrale Plattform zur Gewährleistung von Medienpluralismus ist und bleibt die oberste Maxime unserer Mitglieder", hebt Nolte hervor. Dies gelte auch im Prozess des Strukturwandels.

Robert Herpold, der 2. Vorsitzende des Grosso-Verbandes, sieht aufgrund der Umfrage die Branche im eingeschlagenen Konsolidierungskurs bestätigt. "Die mittelständischen Unternehmer des deutschen Presse-Grosso haben auch in der Vergangenheit ihre Hausaufgaben gemacht. Kosten und Leistungen werden permanent angepasst", so Herpold. Mit Kooperationen und Fusionen begegneten die Pressegroßhändler den absehbaren Grenzen bei der betrieblichen Kostenoptimierung. "Nach unserem Selbstverständnis und im Einklang mit unserem Versorgungsauftrag findet die betriebliche Kostenoptimierung dort ihre Grenzen, wo das hohe Niveau der vertrieblichen Leistungen zum Erhalt von Pressevielfalt und Überallerhältlichkeit negativ tangiert wäre", betont Herpold. Logistische Abläufe ließen sich im kleinteiligen Pressegeschäft nicht ohne weiteres automatisieren. Auch die Energie- und Personalkosten würden überproportional steigen. Zugleich, so der 2. Vorsitzende, stiegen die Anforderungen an die Marktbearbeitung und das Vertriebsmarketing.

In Folge der veränderten Rahmenbedingungen ist die Zahl der mittelständischen Pressegroßhändler in den zurückliegenden Jahren stark rückläufig, von 96 Unternehmen im Jahr 1997 auf heute noch 66 Betriebe. Alleine im ersten Halbjahr 2012 wurden vier Grosso-Fusionen beim Bundeskartellamt angemeldet und genehmigt bzw. vollzogen.

(Quelle)

Tags: Pressegrosso, Grosso-Fusiuon

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