Bundeslandwirtschaftsministerium plant Totalverbot der Tabakwerbung - ZAW gegen Absage an die Souveränität der Bürger

Als Bevormundung und Absage an die Souveränität der Bürger hat der Zentralverband der deutschen Werbewirtschaft ZAW Pläne kritisiert, ein Totalverbot der Tabakwerbung in Deutschland einzuführen. Ein entsprechender Vorschlag des Bundeslandwirtschaftsministeriums sieht vor, die noch verbliebenen Kommunikationsmöglichkeiten der Branche auf Plakaten und im Kino zu untersagen.


Damit würden für den betroffenen Wirtschaftszweig Grundregeln freier Märkte außer Kraft gesetzt, so der ZAW. "Tabakunternehmen produzieren und vertreiben legale Erzeugnisse. Eine vollständige Kappung des werblichen Kontakts zum erwachsenen Kunden stellt die Branche außerhalb des Systems der Marktwirtschaft", warnt ZAW-Hauptgeschäftsführer Manfred Parteina.

Das Bundeslandwirtschaftsministerium verweist auf gesundheits- und jugendschutzpolitische Effekte, die ein Komplettverbot der Tabakwerbung angeblich bewirken soll. Dazu Parteina: "Offenbar misstraut das Ministerium der Kompetenz der Bürger, mit Tabakwerbung sachgerecht umzugehen. Aber ob mit oder ohne Werbung – jeder weiß, dass Tabakerzeugnisse Produkte der besonderen Art sind. Etwas anderes anzunehmen, wäre realitätsfremd." Diese Erkenntnis bestätigt auch die Statistik: Der Tabakkonsum der 12- bis 17-Jährigen hat sich in Deutschland seit 2001 mehr als halbiert und ist damit stärker zurückgegangen als in anderen EU-Ländern mit vollständigem Tabakwerbeverbot.

 

Der ZAW appelliert an die Politik, Pläne für ein Totalverbot der Tabakwerbung fallen zu lassen. Es wäre ein Eingriff in den Werbemarkt von bislang nicht gekannter Tiefe, dem keine verbraucherschützenden Wirkungen gegenüberstehen. Eine solche Regelung entbehrt jeglicher Rechtfertigung.