kressreport: Warum unterschiedliche Steuersätze Verlage einschränken

Die unterschiedlichen Steuersätze für Print- und Digitalprodukte bedeuten nicht nur große Zusatzbelastungen für Verlage, sondern schränken sie auch ein. Der kressreport 12/2015 analysiert, wie eine kostenlose Digital-Zugabe erheblichen Schaden anrichten und wie ein Bundle-Preis steuerlich zerpflückt und richtig teuer werden könnte.


Für Presseerzeugnisse gilt in Deutschland und in vielen anderen Ländern ein ermäßigter Umsatzsteuersatz, hierzulande beträgt er 7%. Für elektronische Produkte und Leistungen sind hingegen 19% fällig. Wenn beide Produkte, beispielsweise Zeitung und E-Paper, zusammen angeboten werden, wird oft ein Gesamtpreis verlangt. Häufig werden die digitalen Produkte als kostenlose Zugabe zur Verfügung gestellt. Nur: Laut Bundesministerium für Finanzen müssten beide Produkte umsatzsteuerrechtlich verschieden behandelt werden.

"Wenn künftig immer mehr Presseprodukte als E-Paper oder App in digitaler Form nachgefragt werden, führt das Ungleichgewicht zwischen den mit 19 bzw. 7% besteuerten Medien zu einer Benachteiligung gerade der innovativen Verlagshäuser", sagt VDZ-Hauptgeschäftsführer Stephan Scherzer.

 

kressreport-Autor Roland Karle führt in seinem Artikel an, wie u.a. "Brand eins", die Verlagsgruppe Handelsblatt und der Spiegel-Verlag mit den unterschiedlichen Steuersätzen umgehen. In zwei Fallbeispielen rechnet er vor, mit welchen Mehrkosten Verlage aufgrund der Regelung rechnen müssen und wie die Medienhäuser sich dabei einschränken. Warum für Hans-Peter Siebenhaar die Steuerabgabe für Medieninhalte ganz abgeschafft gehört, erläutert er in einem Kommentar. All das lesen Abonnenten des kressreport in der aktuellen Ausgabe, die seit 26. Juni 2015 erhältlich ist.