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Ansicht der Leser von Tageszeitungen: Qualität hat ihren Preis

Tageszeitungen Symbolfoto ONPRESS DE 5Sind das nun neue Leser oder findet bei den „Stammkunden“ ein Wechsel von der herkömmlichen zur digitalen Zeitungsausgabe statt? Diese Frage stellt sich im Zusammenhang mit einer nun veröffentlichten Studie, wonach jede achte verkaufte Zeitung inzwischen ein E-Paper ist. Demnach ist die digitale Zeitung eine zunehmend beliebte Form der Zeitungslektüre. Besonders hoch im Kurs stehen regionale Themen. Und: die E-Paper-Leser sind bereit, für guten Journalismus zu zahlen.

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Nun ist das zweite Quartal 2020 sicherlich als ein statistischer Ausreißer-Wert zu betrachten, waren doch viele Geschäfte geschlossen. Zahlreiche Leser hatten somit keinen Zugang mehr zu einer gedruckten Ausgabe und mussten sich notgedrungen eine digitale Ausgabe kaufen. Andere, insbesondere jüngere Leserschaften, kamen gleichzeitig erstmals mit dem Medium Zeitung in Kontakt und dies vor allem deshalb, weil sich vor allem die Tageszeitungen während der Corona-Krise als zuverlässige Informationsquelle erwiesen haben.

Und so stieg in diesem zweiten Quartal 2020 die E-Paper-Auflage der Zeitungen um gut 20 Prozent auf über zwei Millionen Exemplare. Für viele Leserinnen und Leser ist das E-Paper eine der Top-Nachrichtenquellen, aus der sie sich mehrmals am Tag oder mindestens täglich (38 Prozent) informieren, wie die Studie ergab.

 

Im Auftrag des Bundesverbands Digitalpublisher und Zeitungsverleger (BDZV) hat die ZMG Zeitungsmarktforschung jetzt untersucht, was genau E-Paper-Leser und ihre Mediennutzung charakterisiert. Nach dieser „E-Paper-Studie 2020“ sind zwei Drittel (65,8 Prozent) der Digitalleser unter 50 Jahre und damit im Schnitt jünger als die klassischen Printleser. 65 Prozent von ihnen haben einen höheren Bildungsabschluss und sind voll berufstätig.

43 Prozent der Leser digitaler Ausgaben nutzen regelmäßig den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) und unter vielen Berufspendlern gehört die digitale Zeitungslektüre somit inzwischen zum Alltag. Außerdem zählen E-Paper-Nutzer zu den Besserverdienenden: 43 Prozent haben über 3.000 Euro netto im Monat zur Verfügung, jeder Fünfte (21 Prozent) verfügt über mehr als 4.000 Euro Haushaltsnettoeinkommen.

 

Guter Journalismus darf Geld kosten und sollte Lokales berichten

„Wissen ist Macht!“ Dieses auf den englischen Philosophen Francis Bacon (1561–1626) zurückgehende geflügelte Wort hat auch bei den E-Paper-Lesern einen hohen Stellenwert. Denn mehr als die Hälfte (53 Prozent) von ihnen bestätigt: „Für eine vertrauenswürdige, glaubwürdige Nachrichtenquelle bin ich bereit zu zahlen“. Reine Print- und auch die Nicht-Leser äußern dagegen eine geringere Zahlungsbereitschaft.

 

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Inhaltlich sind E-Paper-Leser an allen klassischen Nachrichtenthemen überdurchschnittlich interessiert, ihr besonderes Augenmerk gilt aber den lokalen und regionalen Nachrichten. So haben 80 Prozent von ihnen ein großes Interesse an Informationen zum Geschehen vor Ort. Ihre bevorzugten Regionalhemen sind Verkehr, Umwelt und Infrastruktur, Soziales, lokale Wirtschaftspolitik, ebenso aber auch Polizeiberichte und Veranstaltungen. 81 Prozent der E-Paper-Leser halten lokalen Journalismus für sehr wichtig für die Gesellschaft.

Wer seine Zeitung digital liest, der ist auch für andere Medienkanäle sehr aufgeschlossen und nutzt sie intensiver zur regelmäßigen Information als Printleser. Daher bewerten E-Paper-Nutzer unter anderem Podcasts (60 Prozent Zustimmung) sowie Youtube und andere Video-Plattformen (55 Prozent) als gute Ergänzung zur Meinungsbildung. Mit der Zeitung selbst sind die meisten E-Paper-Leser schon von Kindesbeinen an vertraut. Bei 77 Prozent gehörte die regionale Tageszeitung, bei 30 Prozent die überregionale zum Alltag im Elternhaus.

 

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Aus Sicht der Leser sind vor allem die einfache Handhabe, die unkomplizierte und jederzeitige Verfügbarkeit sowie Umweltaspekte, insbesondere den Wegfall von Papier und Lieferweg, als Argumente für die papierlose Zeitung ein entscheidender Vorteil. „Immer mehr Leser greifen zum E-Paper der Zeitung und sind bereit, dafür zu zahlen. Eine attraktive und wachsende Zielgruppe, für Verlage und für Werbungtreibende“, erläutert die BDZV-Geschäftsführerin Katrin Tischer. „Letztlich ist es Geschmackssache, ob die Zeitung gedruckt oder digital gelesen wird. Wichtig ist der Inhalt, den die Zeitungen in jeder Variante bieten: guter, verlässlicher Journalismus, den die Menschen so konsumieren können, wie es ihren Neigungen entspricht.“

Im Rahmen der Studie hat die ZMG 2.000 in Deutschland wohnhafte Personen von 18 bis 69 Jahren nach ihrer Nachrichtennutzung im zweiten Quartal 2020, ihrer Einstellung zu Medien und Themeninteressen befragt. Die Studie wurde im Juli 2020 als repräsentative Onlinebefragung durchgeführt.

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Tags: Journalismus, Tageszeitung, BDZV, Lokaljournalismus, Mediennutzung, ZMG Zeitungs Marketing Gesellschaft

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