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Gütersloh: Westfalen-Blatt schließt Lokal-Redaktion

Tageszeitungen Symbolfoto ONPRESS DE 5Das in Bielefeld (Nordrhein-Westfalen) erscheinende Westfalen-Blatt wird im kommenden Jahr seine Lokalredaktion in Gütersloh schließen. Dies geht aus einer hausinternen Mitteilung hervor. Die Zukunft der betroffenen Mitarbeiter ist ungewiss, betriebsbedingte Kündigungen sollen nicht ausgeschlossen sein, Details werden derzeit mit dem Betriebsrat abgestimmt. Die Gütersloher Lokalausgabe werde jedoch Bestand haben, redaktionelle Inhalte werden ab März 2020 von der in Oelde beheimateten Tageszeitung „Die Glocke“ geliefert werden.

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Wie auch andere Zeitungen kämpft das Westfalen-Blatt mit sinkenden Auflagen. In den letzten zehn Jahren sank der Verkauf um insgesamt 15,41 Prozent von 121.467 auf 103.077 Exemplaren (jeweils drittes Quartal für die täglichen Ausgaben montags bis samstags). Die Tageszeitung setzt aktuell 91.770 Exemplare im Abo ab, 2.205 am Kiosk. 9.102 Exemplare können im so genannten „sonstigen Verkauf“ abgesetzt werden. Hierunter fallen stark rabattierte Exemplare wie beispielsweise das Studentenabo.

Bereits im Frühjahr 2019 hatte das Westfalen-Blatt mehrere Lokalsport-Redaktionen schließen müssen. Diese Inhalte werden inzwischen von der „Neuen Westfälischen“ geliefert. Den überregionalen Reaktionsteil wird das Westfalen-Blatt vom 1. Dezember 2019 an zudem teilweise von den „Westfälischen Nachrichten“ der Aschendorff Medien GmbH & Co. KG in Münster beziehen.

 

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Alles zusammen würde nach Meinung des Deutschen Journalisten-Verbands (DJV) zeigen, wie eine im Januar 2019 vollzogene Fusion zwischen Aschendorff und Westfalen-Blatt die Medienlandschaft der Region Ostwestfalen-Lippe neu sortiert. Zum Jahresanfang hatten sich die Unternehmensgruppe Aschendorff und die Bielefelder Busse-Holding, als Inhaber des Westfalen-Blatts, zur Westfälischen Medienholding AG zusammengeschlossen. Das Kartellamt hat dem Deal inzwischen zugestimmt. Bereits zu diesem Zeitpunkt hatte sich der DJV-NRW kritisch dazu geäußert, dass das Kartellamt bei Zeitungsfusionen nur das Mandat hat, auf die wirtschaftliche Seite zu schauen.

„Damit ist genau das eingetreten, was wir befürchtet haben, als die Unternehmensgruppe Aschendorff und das Westfalen-Blatt Anfang des Jahres ihre gemeinsame Holding angekündigt haben“, kritisiert nun der Geschäftsführer des Deutschen Journalisten-Verbands in Nordrhein-Westfalen, Volkmar Kah. „Wir sehen die rasante Entwicklung zum Einzeitungskreis in OWL: Das Westfalen-Blatt schließt die Redaktion in Gütersloh. Wir fordern den Verzicht auf Kündigungen“, fügt Kah hinzu.

 

Kah legt nun nicht nur mit Blick auf die gerade beschlossene Subvention der Zustellkosten nach: „Verlage haben besondere Privilegien. Wenn sie ihrer gesellschaftlichen Verantwortung aber immer weniger nachkommen, müssen diese auf den Prüfstand.“ Und er schließt eine Forderung an: „Der aktuelle Fall zeigt einmal mehr, dass die Politik Bedingungen schaffen muss, die neue Wege für den Lokaljournalismus eröffnen.“

 


 

Tags: Lokaljournalismus, Nordrhein-Westfalen, Zeitungen, überregional (Objektgruppe)

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