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BDZV: Tageszeitungen verzeichnen steigende Nutzerzahlen

Totgesagte leben länger. Und nichts in der Printbranche wird so oft totgesagt, wie die Tageszeitung. Und durchaus ist vieles an der These, dass die Tageszeitung längst nicht mehr ein Leitmedium wäre, nicht von der Hand zu weisen. Insbesondere dann, wenn Online-Journalismus schneller Nachrichten liefert, als dies der Tageszeitung möglich ist. Umso überraschender ist daher eine Analyse, die nun der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) präsentierte.

Erst jüngst machte wieder eine Nachricht die Runde, wonach die taz offenbar ab 2022 lieber nur noch ein Online-Medium sein möchte. Eins unter vielen. Reine Online-Tageszeitungen gab es allerdings bereits, so zum Beispiel die Netzeitung, die von 2000 bis 2009 im Internet verfügbar war. „Der Tod schrieb immer mit“ titelte eben jene taz als Nachruf zur Einstellung der Netzeitung.

 


Die Netzeitung hatte zur Einstellung ihrer Erscheinung 6,5 Millionen Seitenaufrufe pro Monat (IVW-geprüft). Das sind 16 Prozent mehr Seitenaufrufe als dies bei der taz aktuell im September 2018 waren (5,6 Millionen Seitenaufrufe laut IVW). Ob sich die Daseinsberechtigung einer Zeitung inzwischen aber vor allem aus der Symbiose aus Online (Aktualität) und Print (fundierte Hintergrundberichte) ergibt, wird sich spätestens 2022 zeigen, sofern die taz tatsächlich ihre angedeuteten Pläne umsetzen sollte.

"Das Internet kann viele Dinge, die andere Medien, erst recht die gedruckte Zeitung, nicht können. Dinge, die auch für uns Zeitungsverleger mittlerweile unverzichtbar sind", sagte bereits 2015 Hermann Petz, Vorstandsvorsitzender der Moser Holding AG, die in Österreich die Tiroler Tageszeitung herausgibt. Für Petz ist ein Entweder-Oder in der Diskussion Print-Digital völlig fehl am Platz.

Doch er gibt zu bedenken, dass eine dramatische Entprofessionalisierung der Information im Netz stattfindet, bedingt vor allem dadurch, dass Zugang und Teilhabe an Information ungeregelt sind. "Im Gegensatz zum Journalismus, der nach klar definierten Regeln funktioniert, kann dort jede Information ungefiltert abgesetzt werden. Aus dem Traum vom demokratischen Medium Internet entstanden gigantische Marketingmaschinen", so Petz. Das Überwachungspotenzial gefährdet zudem die Persönlichkeitsrechte, weshalb Petz zu einem bewussten Umgang mit Daten rät und zur kritischen Auseinandersetzung mit den Informationen aus dem Netz.

Umso beachtenswerter ist dann auch die nun vom BDZV vorgelegte Studie, wonach die Gesamtreichweite der deutschen Tageszeitungen sogar ansteigt. 89 Prozent der Deutschen über 14 Jahre nutzen regelmäßig die Angebote, digital und gedruckt, der Tageszeitungsverlage. Und dabei greifen 59,7 Prozent der befragten Altersgruppe nach wie vor zur Printversionen, viele nutzen zusätzlich auch die Online-Ausgaben.

 


43 Prozent lesen inzwischen sowohl die Print- als auch die Onlineausgabe einer Zeitung. Bemerkenswert ist zudem, dass insbesondere bei den jüngeren Lesern in der Altersgruppe zwischen 14 und 29 Jahren eine Steigerung der Leserzahlen festgestellt werden konnte. Diese Zielgruppe bevorzugt hingegen den Zugriff auf die Online-Verlagsangebote per Smartphone.

„Der Blick auf die Gesamtnutzung der Zeitungen unterstreicht einmal mehr ihre starke Stellung. Die enorme Reichweite bestätigt, dass die Zeitungsmarken auf allen Kanälen als verlässliche Informationsquelle gefragt und etabliert sind. Gerade die steigende Zeitungsnutzung über Desktop, Mobile und Apps zeigt, wie gut die Zeitungen mit ihrer breiten Angebotspalette auch neue Nutzungsgewohnheiten bedienen“, erläutert Katrin Tischer, Geschäftsführerin Märkte beim Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV), die Analyse.

   

Tags: Journalismus, Tageszeitung, BDZV, Mediennutzung, taz, Österreich

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