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Deutsche Briefmarken Revue präsentiert Sonderstempel zu Weihnachten

Deutsche Briefmarken Revue 201912Gibt es eigentlich noch Leute, die Briefe schreiben und diese dann mit Briefmarken frankieren? Ja, die gibt es sehr wohl, ebenso auch Briefmarkensammler. Und es gibt sogar mehrere Briefmarkenzeitschriften. Eine davon: die bereits im 70. Jahrgang erscheinende Deutsche Briefmarken-Revue. Printsterben? Von wegen!

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Viele verstehen das Sammeln von Briefmarken als jenes Hobby, für das sich Opa begeistert hatte. Und ein, zweimal im Jahr gestattete er einen Blick in Alben mit vielen bunt bedruckten Papierschnipseln. Diese stammten mitunter aus Ländern, von denen man zuvor noch nie gehört hatte. Und sie zeigten Tiere, Landschaften, Technik oder aber auch Personen.

Zu diesen Personen zählten dann aber auch Politiker, über die wir in der Schule erfahren hatten. Umso unverständlicher war es dann auch, dass sich in den Briefmarkenalben eine schier unendliche Zahl an Postwertzeichen befand, auf den Adolf Hitler abgebildet war. Hitler in allen Farben und in 22 verschiedenen Wertstufen. Doch der Großvater konnte zu jeder Marke eine Hintergrundgeschichte erzählen.

 

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So konnte man erfahren, dass die Nazis ab dem 1. August 1941 die Briefmarkenserie „Reichskanzler Adolf Hitler“ sowohl notgedrungen aber auch ganz bewusst veröffentlicht hatten. Die Kriegskosten verlangten es der Deutschen Reichspost ab, Druckkosten einzusparen und so war es eben zweckdienlich, sich allein auf eine Markenserie zu konzentrieren und diese in einer hohen Auflage an die Kunden auszugeben, als unentwegt neue Motive anfertigen zu lassen. Bis zum Ende des Krieges war es fast unmöglich, Briefe mit anderen Briefmarkenmotiven versenden zu können.

Dass sich selbst solche Motive in Alben wieder finden hat nichts mit einer heimlichen Verehrung der dargestellten Personen oder mit einer Verklärung der Epoche zu tun. Vielmehr ist es Ziel eines jeden Sammlers, entsprechende Themengebiete zu vervollständigen. Nur auf diese Weise erlangen die Kollektionen den entsprechenden Wert, den diese auf Auktionen erzielen können.

 

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Man schätzt, dass es allein in Deutschland selbst noch heute, im digitalen Zeitalter, etwa bis zu drei Millionen Briefmarkensammler, der Fachbegriff hierfür lautet „Philatelist“, gibt. Und warum soll es neben diversen philatelistischen Vereinen dann nicht auch eine Zeitschrift für Briefmarkensammler geben?

Dabei ist das Themenspektrum der Briefmarken-Revue breit gefächert. Die aktuelle Ausgabe 12/2019 befasst sich so zum Beispiel mit den Sonderbriefmarken „Helden der Kindheit“, die am 5. Dezember 2019 von der Deutschen Post herausgegeben wurde. Wobei dies streng genommen nicht einmal zutreffend ist. Denn Herausgeber von Briefmarken ist seit dem 1. Januar 1998 das in Berlin ansässige Bundesministerium der Finanzen, Referat Postwertzeichen.

 

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Die Herstellung und der Vertrieb dieser amtlichen Druckwerke obliegen jedoch einem Postunternehmen. Das Finanzministerium führt hierzu eine europaweite Ausschreibung durch, die letzte startete am 5. Oktober 2009 mit dem Ziel, einen ab 2011 über zehn Jahre laufenden Vertrag abschließen zu können, der dann um weitere drei Jahre verlängert werden kann. Die Lizenz zum Abdruck der Bezeichnung „Deutschland“ auf den Briefmarken erhielt seinerzeit die Deutsche Post AG.

Briefmarke Tafeln Entwurf Susann StefanizenEs verbleibt jedoch das Recht des Staates, die Motive auszuwählen. Hierfür gibt es einen klaren Kriterienkatalog. Themen können auch von der Bevölkerung vorgeschlagen werden, ein Programmbeirat bewertet die Themenauswahl, Künstler können im nächsten Schritt ihre Entwürfe einreichen und schließlich wählt unter diesen Grafiken ein Gremium entsprechende Motive aus, Das Ergebnis wird dann letztlich irgendwann ein redaktionelles Thema der Deutschen Briefmarken Revue sein.

Die Deutsche Briefmarken Revue präsentiert monatlich die Briefmarken-Neuerscheinungen. Zudem werden die Themengebiete Altdeutschland, Deutsches Reich, Bund, Berlin, DDR beleuchtet, ebenso auch die nach Motiven abgegrenzten Sammelgebiete. Dabei wird auch über spektakuläre Versteigerungen und über die Entwicklung von Marktpreisen berichtet. Als Service wird auf Vorträge zum Thema Philatelie hingewiesen sowie in einem Veranstaltungskalender auf Tauschbörsen aufmerksam gemacht.

In der aktuellen Ausgabe wird ebenso ein weiteres für Sammler wichtiges Thema vorgestellt: Sonderstempel mit weihnachtlichen Motiven. Denn es macht für Briefmarkensammler einen entscheidenden Unterschied, ob eine Briefmarke mit einem seelenlos als „Briefzentrum“ bezeichneten Stempel entwertet wurde oder eben mit einer weihnachtlichen Darstellung.

 

Zudem widmet sich die Heftfolge einem historischen Gebiet: die Kinderlandverschickung. Hierunter versteht man in erster Linie die systematische Evakuierung von Kindern aus „luftgefährdeten Gebieten“ während des Zweiten Weltkriegs, die von der Hilterjugend organisiert wurde. Die Kinder Briefmarke Pressefreiheit Entwurf Christoph Niemannhielten durch Postkarten Kontakt zu ihren Familien in der Heimat. Diese Postkarten sind heutzutage nicht nur als beeindruckende Dokumente jener Epoche zu verstehen, sie gelten in der Philatelie auch als Sammelgebiet.

Ebenso beleuchtet die Zeitschrift ein Kuriosum: die sogenannte „Gscheidle-Marke“. Die Deutsche Bundespost hatte im Rahmen der Olympiade 1980 eine Sondermarke anfertigen lassen. Zwar wurde die Marke gedruckt, gelangte jedoch nie an die Schalter der Postämter. Denn aufgrund des Einmarsches der Roten Armee in Afghanistan boykottierten westliche Staaten die Teilnahme an den Olympischen Spielen von Moskau. Daher wurde jene Sondermarke auch offiziell wieder zurückgezogen und sogar vernichtet.

 

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Zuvor jedoch erhielt der damalige Bundespostminister Kurt Gscheidle einige Musterexemplare. Durch einen Irrtum wurden diese später von der Ehefrau für den Versand privater Briefe verwendet. In den Jahren 1982 und 1983 kamen dadurch mindestens 28 Exemplare in Umlauf. Man geht davon aus, dass in den kommenden Jahren noch weitere Exemplare entdeckt werden könnten. Die Deutsche Briefmarken Revue zeigt die Entwicklung der Auktionspreise auf, die von 20.000 DM im Jahr 1986 bis hin zu 76.000 DM im Jahr 1998 reichen.

Auf 76 Seiten bietet die Deutsche Briefmarken Revue somit zum Verkaufspreis von 3,30 Euro Lesestoff, der nicht allein nur für Philatelisten von Interesse ist. Durch die umfangreichen Hintergrundinformationen, die zuweilen von Wissenschaftlern zusammengestellt werden, kann die Zeitschrift auch Leser begeistern, die sich nicht zu den Sammlern zählen würden. Die nächste belieferte Verkaufsstelle kann online über das Portal mykiosk abgefragt werden.

 

Briefmarke „Tafeln“: Entwurf von Susann Stefanizen

Briefmarke „Gscheidle-Marke“: Entwurf von Christoph Niemann

 

siehe auch: Themenbereich Weihnachten


 

 

 

Tags: Weihnachten, Sammlerzeitschriften (Objektgruppe)

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