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30 Jahre Super Illu: Ein Kind der deutschen Wiedervereinigung

Super Illu ErstausgabeFünf Wochen vor der Wiedervereinigung gab am 23. August 1990 der in Offenburg (Baden-Württemberg) ansässige Burda-Verlag mit einer Auflage von 900.000 Exemplaren erstmals die Wochenzeitschrift Super Illu heraus. Das vor allem für den ostdeutschen Markt konzipierte Magazin entwickelte zur reichweitenstärksten Zeitschrift. Die Redaktion erhielt nun zahlreiche Glückwünsche, eine davon kam direkt aus dem Berliner Kanzleramt.

 

 

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Nach Ansicht von Bundeskanzlerin Angela Merkel wende sich das Magazin insbesondere an die Menschen im Osten Deutschlands und gebe ihnen eine Stimme. „Die Super Illu ist ein Kind der deutschen Wiedervereinigung. Im August 1990 erschien sie erstmals und wurde schnell zu einer festen Größe. Seitdem begleitet sie das Zusammenwachsen unseres Landes. 30 Jahre nach der ersten Ausgabe ist dieser Anspruch immer noch hochaktuell. Wir brauchen die ostdeutschen Stimmen, die ostdeutschen Erfahrungen und Perspektiven. Die vielen treuen Leserinnen und Leser bestätigen dies Woche für Woche. Ich wünsche Verlag und Redaktion auch weiterhin viel Erfolg mit dieser beliebten Zeitschrift“, schrieb die Kanzlerin an Chefredakteur Stefan Kobus zum Jubiläum der
meistgelesenen Kaufzeitschrift in den ostdeutschen Bundesländern

Aus Sicht der Redaktion wäre „Osten“ sehr viel mehr als nur eine Himmelsrichtung. Das Readaktionsteam würde unermüdlich für den Erfolg der Super Illu arbeiten, denn die Zeitschrift ist für sie alle eine Herzenssache, Diese Authentizität und die Nähe zu den Menschen schätzen die Leserinnen und Leser sehr, weswegen man auch entgegen dem allgemeinen Trend auf eine positive Marktperformance verweisen kann: 2,2% Zuwachs im Einzelverkaufs (IVW II/2020) und eine um 5,9% gesteigerte Reichweite auf durchschnittlich 1,81 Mio. Leser pro Ausgabe (ma II/2020).

 

Super Illu ist seit 30 Jahren von hoher gesellschaftspolitischer Relevanz und ein fester Begleiter des Zusammenwachsens von Ost und West in Deutschland, damals wie heute. Information, Service und Unterhaltung sind aus Sicht des Verlags perfekt abgestimmt auf die Zielgruppe und somit das Erfolgsrezept, mit dem Super Illu in den ostdeutschen Bundesländern mehr Menschen erreicht, als „Focus“, „Stern" und „Spiegel" zusammen.

Ein 20-köpfiges Ost-West-Team um den ersten Chefredakteur Jochen Wolff startete 1990 das große Abenteuer Super Illu. Nur wenige Wochen vor der Wiedervereinigung entstand das aufregendste Medienexperiment der damaligen Zeit in der Mollstraße in Berlin-Mitte, in den ehemaligen Räumen der DDR-Nachrichtenagentur ADN. Hubert Burda hatte bei seinen Reisen in den Osten Land und Leute schätzen gelernt und nach dem Mauerfall bot sich ihm die Chance, für die Menschen in Ostdeutschland eine eigene Zeitschrift zu machen.

 

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Seinen Aussagen zufolge war es ihm ein besonderes Anliegen. Seine Vision galt es damals umzusetzen, was anfangs schon innerhalb der Redaktion selbst keine leichte Übung war. So waren die „Ossis“ mehrheitlich der Meinung, dass die „Wessis“ doch keine Ahnung hätten, wie der Osten ticke. Und umgekehrt dachten die Redakteure aus dem Westen, dass die ostdeutschen Kollegen keine Ahnung hätten, wie unabhängiger Journalismus funktioniere.

So habe man sich gegenseitig oft auch in hitziger Diskussion seine Lebensgeschichten erzählt, erinnert sich Gerald Praschl, ein Redakteur der ersten Stunde, der heute noch Politikchef bei der Super Illu ist: „Unsere Redaktion war ein Labor für das Projekt Einheit. Und die Mollstraße der Ort, wo das Verständnis und der Respekt füreinander wachsen konnten!“

 

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Neben den Hürden im Kopf galt es zum Start aber auch noch zahlreiche technische Hindernisse zu überwinden. So war die Mauer zwar gefallen, aber freie Telefonleitungen waren die Ausnahme. Dafür musste man anfangs noch einige Kilometer fahren, erinnert sich der ehemalige Chefredakteur Jochen Wolff. Für jede Recherche mussten die Redakteure ausrücken ins Land, was aber von Anfang an auch gleich für eine Nähe zu den Lesern gesorgt hat.

Aus heutiger Sicht mögen die großen Themen der Erstausgabe sehr konträr erscheinen, wie das Cover zeigt. Aber Super Illu sah sich immer als Pulsmesser der Ostdeutschen, die damals die Aufarbeitung des DDR-Unrechts bewegte, aber beispielsweise auch die „große Freiheit im Bett“, das Thema Sex mit dem „Girl der Woche“, das die ersten Jahre Kult für viele Leser war. „Irgendwann passte aber die Zurschaustellung weiblicher Reize nicht mehr in die Zeit“, erinnert sich Wolff. Themen wie Arbeitslosigkeit, Kurzarbeit null, später Hartz IV wühlten die Menschen im Osten auf und Super Illu half dabei, sich im Alltag der „neuen“ Marktwirtschaft zurechtzufinden. Der große Ratgeberteil ist bis heute ein essentieller Bestandteil der Zeitschrift.

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Nicht über, sondern „für“ die Menschen in Ostdeutschland zu schreiben war stets das Credo der Super Illu-Macher. Für die Illustrierte verantwortlich zu sein, war und ist für die drei bisherigen Chefredakteure eine ganz besondere Aufgabe. Jochen Wolff leitete 20 Jahre von 1990 bis 2011 die Geschicke der Redaktion, für ihn und seine Mannschaft eine Zeit großer journalistischer Erfolge, gekrönt mit einem Bundesverdienstkreuz. „Ich sage ein großes Dankeschön an meine Mitarbeiter, an meine Leser und nicht zuletzt an meine beiden Nachfolger Robert und Stefan, die Super Illu so erfolgreich in die Gegenwart führten“, betont Wolff.

Auch der gebürtige Leipziger Robert Schneider, der sich selbst als nachhaltig „wessimilierten“ Ostdeutschen empfand, als er 2011 die Chefredaktion übernahm, denkt dankbar an „SUPERjahre“ zurück und an eine für ihn lehrreiche Zeit, „eine Art Heimatkunde-Unterricht“ und „Reise zu den Wurzeln meiner Herkunft“ zwischen Ostsee und Elbsandsteingebirge. Als Robert Schneider schließlich 2016 als Chefredakteur zum „Focus“ wechselte, übernahm Vize Stefan Kobus das Ruder der Super Illu.


Bereits 2003 hatte Jochen Wolff Stefan Kobus zur Super Illu geholt. Der spannende und einzigartige Themenmix der Zeitschrift machte seinen Job zum Traumjob, und das seit nunmehr 17 Jahren, sagt Kobus. „Die Super Illu ist eine der ganz großen journalistischen Erfolgsgeschichten seit der Wiedervereinigung. Oftmals im Westen als ‚Ossiblatt‘ belächelt, von Branchenkennern respektiert, von den Lesern geliebt“, hebt Kobus vervor. Und die Super Illu-DNA ist heute so wertvoll wie damals.

„Hat sich das Thema Ost-West nicht irgendwann von selbst erledigt?“ Diese Frage hört Kobus seit vielen Jahren immer wieder. Seine Antwort hierauf lautet: „Hat es nicht, im Gegenteil. Denn es gibt immer noch zu viele Vorurteile, zu viel Un- und Missverständnis. Was wir brauchen, sind Medien, die die Menschen im Osten wirklich verstehen! Die ihre Lebenswirklichkeit abbilden, sich um ihre Sorgen und Nöte, aber auch um ihre Erfolge kümmern.“ Das sei Super Illu in den vergangenen drei Jahrzehnten ziemlich gut gelungen.

Die Super Illu erscheint wöchentlich zu einem Verkaufspreis von 2,00 Euro. Der nächste belieferte Kiosk kann online über das Portal mykiosk.com abgefragt werden.


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Tags: Burda, Jubiläum, People (Objektgruppe), SUPERillu, DDR

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