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Medien-Glaubwürdigkeit: Schlechte Werte für Twitter, Facebook und Instagram

(Bild: WDR/Herby Sachs)(Bild: WDR/Herby Sachs)Studien zur Glaubwürdigkeit gibt es viele. Der Westdeutsche Rundfunk hatte eine weitere in Auftrag gegeben, deren Ergebnisse jetzt vorliegen. Die gute Nachricht zuerst: 61 Prozent der Deutschen halten Medien generell für glaubwürdig. Eine Ausnahme hierbei: die Boulevardpresse. Und insbesondere die Werte für Twitter, Facebook und Instagram fallen sogar deutlich ab.

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Der in Köln ansässige Westdeutsche Rundfunk (WDR) hatte, wie auch bereits in den Vorjahren, das Meinungsforschungsinstitut Infratest dimap mit der Durchführung einer repräsentativen Studie beauftragt. In der Zeit vom 14. Oktober bis 1. November 2019 wurden in Telefoninterviews 1.000 Deutsche im Alter ab 18 Jahren zur Qualität und Glaubwürdigkeit der Medieninformationen in Deutschland befragt. Beleuchtet wurde ebenso, ob es nach Ansicht der Befragten eine politische Einflussnahme auf die Berichterstattung der Medien gäbe.

Bei der Befragung unterschied man auch dahingehend, ob sich die befragten Personen zu „Häufignutzern sozialer Medien“ einstufen würden. Markant an den Ergebnissen ist sodann, dass selbst diese „Häufignutzer“ die Informationen, die über die Internetportale abrufbar sind, als wenig glaubwürdig einschätzen. Während youtube noch von 31 Prozent der interviewten Personen als seriös eingeschätzt wird, kamen Facebook und Twitter auf 17, Instagram sogar nur auf 11 Prozentpunkte.

 

Einen Unterschied konnten die Meinungsforscher auch bezüglich der Herkunft der Befragten ausmachen. Während im Westen Deutschlands 64 Prozent der Bevölkerung die Medien-Informationen als glaubwürdig einschätzen, sind es im Osten nur 48 Prozent. Die politische Zugehörigkeit spielt dagegen eine geringere Rolle: Menschen, die sich politisch in der Mitte sehen, halten die Informationen in den deutschen Medien ebenso zu 59 Prozent für glaubwürdig wie jene, die sich eher rechts einordnen. Bei Personen, die sich selbst als links bezeichnen, sind es 69 Prozent. Lediglich für die Wähler der AfD sind Medien oftmals unglaubwürdig.

Eine besonders hohe Glaubwürdigkeit wird mit 78 Prozent erneut öffentlich-rechtlichen Radiosendern zugeschrieben. Die Informationen in öffentlich-rechtlichen Fernsehsendern schätzen 74 Prozent der Interviewten als glaubwürdig ein. Damit liegt die Glaubwürdigkeit dieser Angebote des öffentlich-rechtlichen Rundfunks wie schon in den Jahren zuvor deutlich über dem Glaubwürdigkeitsniveau der Medienangebote in Deutschland insgesamt.

 

Auch Tageszeitungen schneiden gut ab (76 Prozent). Mehrheitlich als glaubwürdig eingeschätzt werden ebenso die Internetangebote der öffentlich-rechtlichen Sender (59 Prozent) wie auch die Internetangebote von Zeitungen und Zeitschriften (46 Prozent). Lediglich die Boulevardpresse schneidet schlecht ab. Nur 7 Prozent halten sie für glaubwürdig.

Schönenborn Jörg Bild WDR Herby SachsJörg Schönenborn (Bild: WDR/Herby Sachs)„Die Studie zeigt, wie wichtig der öffentlich-rechtliche Rundfunk und die Qualitätspresse weiterhin als stabile Säulen unserer Gesellschaft sind“, ordnet der Programmdirektor des Westdeutschen Rundfunks, Jörg Schönenborn, die Ergebnisse ein. „Obwohl die Nutzung digitaler Medien voranschreitet, sind die öffentlich-rechtlichen Angebote und die Tageszeitungen weiterhin Vertrauensanker für das Publikum. Selbst bei den Jüngeren ist die Glaubwürdigkeit von Nachrichten in sozialen Netzwerken wie Facebook oder Twitter denkbar niedrig. Damit unterscheiden wir uns deutlich von anderen westlichen Gesellschaften wie etwa der amerikanischen. Journalistische Qualitätsmedien sind ein hohes Gut, dass es zu verteidigen gilt.“

 

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Die jetzt veröffentlichte Studie, die im Internet eingesehen werden kann, ist nach Vorläufern in den Jahren 2015, 2016 und 2018 bereits die vierte dieser Art. Die Befragung zeigte, dass das Vertrauen der Bevölkerung in den öffentlich-rechtlichen Rundfunk erneut gestiegen ist. Zwei Drittel der Befragten (67 Prozent) gaben an, großes oder sehr großes Vertrauen in die Institution „Öffentlich-Rechtlicher Rundfunk“ zu haben, drei Prozentpunkte mehr als im Vorjahr. Ähnlich gut schnitten die Polizei (87 Prozent, minus 2), die Verbraucherzentrale (75 Prozent, plus 1), das Bundesverfassungsgericht (73 Prozent, minus 2) und die Stiftung Warentest (72 Prozent, minus 2) ab.

Nach wie vor vermuten vier von zehn Deutsche, dass es politische Vorgaben für die Berichterstattung der Medien gibt. 58 Prozent sehen hingegen keinen Einfluss durch die Politik, das sind fünf Prozentpunkte mehr als noch 2018. Im Osten Deutschlands geht sogar eine leichte Mehrheit von 50 Prozent der Befragten davon aus, dass es Vorgaben von Staat und Regierung gibt. 47 Prozent glauben das nicht.

 


Tags: Journalismus, Fake News, Mediennutzung

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