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DIE ZEIT: Rezo startet eigene Kolumne

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Da haben sich wohl zwei gefunden: Rezo und die altehrwürdige Hamburger Wochenzeitung „Die Zeit“. Denn Rezo ist nun Kolumnist und setzt sich Rezo (© Andreas Chudowski für ZEIT ONLINE)Rezo (© Andreas Chudowski für ZEIT ONLINE)fortan alle zwei Wochen mit einem großen gesellschaftlichen Thema auseinander. Der Verlag hat dieser neuen Rubrik, wie könnte es auch anders sein, den Namen „Rezo stört“ gegeben, Und schon in der ersten Kolumne legt Rezo auch gleich los: mit einem Thema, das so alt ist wie nur irgendwas.

 

 

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Schwierigkeiten gibt es überall. Dies fängt schon mit Rezos Berufsbezeichnung an. Ist Youtuber ein Beruf? Oder Influencer? Er hat Informatik studiert. Ihn nun Informatiker zu nennen, wäre zwar formal richtig, trifft die Sache aber nicht im Kern. Publizist klingt staubtrocken, wäre jedoch wohl am treffendsten.

Denn, für die, die ihn nicht kennen sollten, er betreibt Youtube-Kanäle. Dort wird gecoverte Musik präsentiert, zudem veröffentlicht er Statements, das bekannteste wurde am 18. Mai 2019, eine Woche vor der Europawahl, unter dem Titel „Die Zerstörung der CDU“ veröffentlicht. Darin kritisiert er die Politik und die Haltung von CDU, CSU, SPD, AfD und FDP.

 

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Nach der Wahl nahm dann die CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer sich der Sache an. Doch ihre Reaktion, als Gegenkritik hätte man ihr Statement wohl nicht bezeichnen können, stieß auf Unverständnis, ja sogar auf Empörung. Kramp-Karrenbauer warf Rezo Meinungsmache vor. In der Folgezeit kam man dann von Ästchen auf Stöckchen, indem man sich nicht mehr mit dem eigentlichen Inhalt des Rezo-Videos befasste, sondern mit der Frage, was denn eigentlich „Meinungsmache“ wäre und ob diese zu unterbleiben hätte, so kurz vor der Wahl.

Die Verwendung des Begriffes „Meinungsmache“ ist herablassend, dies sogar in zweifacher Hinsicht. Der Begriff unterstellt dem Kritisierenden, er wolle Leser, Zuschauer oder Zuhörer manipulieren. Und er unterstellt Lesern, Zuschauer oder Zuhörern sich manipulieren zu lassen sowie unter Umständen bislang keine eigene Meinung gehabt zu haben. Jedoch ist das, was als „Meinungsmache“ diffamiert wird, einfach nur eine Meinungsäußerung. Und diese ist über das Grundgesetz abgedeckt, diese ist erwünscht, ja sogar notwendig in einer Demokratie.

 

Der Begriff „Meinungsmache“ offenbart zudem auch etwas ganz anderes. Er wird genutzt von Leuten, die nicht kritikfähig sind. Insbesondere Politiker müssen sich jedoch primär nicht mit dem Kritisierenden, sondern mit den Inhalten der Kritik auseinandersetzen. Sie müssen die Kritikpunkte aufgreifen und handeln. Entweder durch das Abändern der vorgetragenen Kritikpunkte oder indem man sie begründet bestreitet. Dies nennt man dann eine sachliche Auseinandersetzung. Und nur diese fördert das Miteinander in einer Gesellschaft.

 

Tags: Journalismus, Die Zeit, Politik und Nachrichten (Objektgruppe), Rezo


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