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Onlinemedien hinterlassen kaum bleibende Erinnerungen

Schaeffer Sebastian Foto BVDA Bernd BrundertSebastian Schaeffer (Foto: BVDA / Bernd Brundert)Auch im Zeitalter der Globalisierung spielen lokale Themen für Menschen in Deutschland eine zentrale Rolle, so eine neue Allensbach-Studie. Diese kam zudem nicht nur zu der Erkenntnis, dass sich das Leseverhalten zwischen Jung und Alt unterscheidet, sie zeigte auch einen entscheidenden Nachteil von Newsportalen gegenüber Printmedien: digitale Medien bleiben nicht in der Erinnerung der Leser haften.


 

Nach wie vor steht der Lokaljournalismus hoch im Kurs der Leser. Der jüngsten Allensbacher Markt- und Werbeträgeranalyse (AWA) des Instituts für Demoskopie Allensbach ist zu entnehmen, dass über 84 Prozent der deutschsprachigen Bevölkerung ab 14 Jahren ein Informationsinteresse für das Geschehen am Ort zeigen. Bei den Lesern der kostenlos verteilten Anzeigenblättern ist das Interesse mit über 90 Prozent sogar außerordentlich stark ausgeprägt.

Die Studie zeigte auf, dass durchschnittlich 73,7 Prozent der deutschsprachigen Bevölkerung ab 14 Jahren die kostenlosen Wochenblätter lesen. „Berichte über Ehrenamt und Vereine, Veranstaltungstipps und Beiträge zur Kommunalpolitik machen das Anzeigenblatt für viele Bürgerinnen und Bürger zu einem wichtigen Begleiter und Ratgeber für den Nahbereich. Gleichzeitig bietet der lokale Journalismus ein wertvolles und interessantes Umfeld für Werbetreibende aus Handel, Handwerk und Dienstleistungen“, so der stellvertretende Geschäftsführer des Bundesverbands Deutscher Anzeigenblätter e.V. (BVDA), Sebastian Schaeffer. Von den deutschlandweit 400 Verlagen, die insgesamt 1267 Anzeigenblatt-Titel herausgeben, gehören 207 Verlage mit insgesamt 884 Titeln und einer Wochenauflage von 63,6 Millionen Exemplaren dem Verband an.

 


Außerhalb des Segments der Anzeigenblätter zeigt die Studie, dass insbesondere jüngere Studienteilnehmer das Nachrichtengeschehen nicht mehr täglich verfolgen. Von den 14 bis 19jährigen interessieren sich nur 45 Prozent für die Nachrichtenlage. Dieser Wert steigt pro Altersgruppe, bei den über 70jährigen liegt der Anteil dann sogar bei 93 Prozent. Diese Diskrepanz wird damit begründet, dass jene Altersgruppen, die sich über soziale Netzwerke informieren, auf dem Standpunkt stehen, dass diese Nachrichten schließlich auch noch am Folgetag abrufbar sind. „Nichts ist so alt wie die Zeitung von gestern“ ist eine Aussage, die für jüngere Medienkonsumenten mittlerweile kaum noch Relevanz hat.

Hauptsächliches Interesse im Bereich digitaler Medien liegt dabei über alle Altersgruppen betrachtet im Bereich der Sportberichterstattung (31 Prozent), gefolgt von kulturellen (30 Prozent), politischen (28 Prozent), lokalen (24 Prozent) und wirtschaftlichen Themen (19 Prozent).

 

Keine Zeit zur Lektüre

Markant ist vor allem das Ergebnis auf die Frage, weshalb die Zahl der Zeitungsleser rückläufig ist. So antworteten die Befragten aller Altersschichten, dass sie durchaus gerne Zeitung lesen würden, dafür aber keine Zeit finden. In der Altersgruppe der 30 bis 44jährigen gaben dies 42 Prozent der Befragten an, dieser Wert lag im Jahre 2005 noch bei 14 Prozent. Gleiches gilt aber auch für die Buchlektüre. In den Auswertungen der Jahre 1999 bis 2013 gaben durchschnittlich 48 Prozent der Befragten an, täglich, mehrmals oder einmal pro Woche ein Buch zu lesen. Dieser Wert sinkt jedoch seit 2013 kontinuierlich und liegt inzwischen bei 40 Prozent. Zudem zeigt sich, dass keine rasche Ausweitung der Lektüre von E-Books zu verzeichnen ist.

 


 

Print bleibt Trumpf

Aufschlussreich war auch das Ergebnis auf die Frage, warum einige Leser Nachrichtenportale bevorzugen und weshalb andere wiederum die gedruckte Version einer Zeitung favorisieren. Hierbei zeigte sich, dass Online-Medien für die schnelle Lektüre geeignet sind. Sofern es darum geht, sich einen raschen Überblick verschaffen zu wollen, sind Nachrichtenquellen im Internet ideal. Bei längeren Texten hingegen wird die Printversion bevorzugt. Umfangreiche Texte lesen 59 Prozent der Befragten lieber offline, 29 Prozent gaben an, es wäre ihnen einerlei, ob der Text digital am Bildschirm oder analog auf Papier zur Verfügung stehen würde. Jedoch gibt es auch hierbei wieder deutliche Unterschiede in den Altersgruppen. Bei den über 44jährigen ist Print die bevorzugte Variante. Digitales Lesen wird als „anstrengend“, die Printlektüre dagegen als „zeitintensiv“ bewertet.

 

Onlinemedien hinterlassen kaum bleibende Erinnerungen

Von entscheidender Bedeutung dürften die Ergebnisse aber auch für die werbetreibende Industrie sein. Denn es macht in Bezug auf die Werbewirksamkeit von Anzeigen offenbar einen deutlichen Unterschied, ob nun in Print oder digitalen Medien inseriert wird. Auf die Frage, ob man sich das Gelesene gut merken konnte, wurde dies von 51 Prozent der Printleser bestätigt, jedoch nur von 6 Prozent der Leser digitaler Anbieter. Zwar bekäme man durch Onlinemedien schnell einen Überblick (42 Prozent gegenüber 25 Prozent bei Printmedien), jedoch würde man viele relevante Informationen nur überlesen. Dies dürfte auch damit zusammenhängen, dass Leser digitaler Angebote schnell abgelenkt werden, während Zeitungsleser die Printlektüre gegenüber Onlineversionen als wesentlich entspannender empfinden. Bei der Lektüre könne man alles um sich herum vergessen.

 


Seit 1959 wird von Allensbach die Mediennutzung in Deutschland analysiert. Diese umfasst inzwischen die Bereiche Fernsehen, Rundfunk, Außenwerbung, Print, Kino und Internet. Für die aktuelle Studie wurden mit 23.000 Befragten Interviews geführt. Die Studie gilt in Bezug auf die deutschsprachige Bevölkerung ab 14 Jahre als repräsentativ.

(Quellen: BVDA, Allensbach)

 

Tags: Anzeigenverkauf, Lokaljournalismus, Mediennutzung, BVDA

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