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Ehapa: Großer Wirbel um „Conchita Duck“

Mit dem diesjährigen Eurovision Song Contest wurde ein regelrechter Hype um die Siegerin Conchita Wurst ausgelöst. Viele Unternehmen versuchten, den entstandenen Medienrummel für sich zu nutzen, indem sie Werbebotschaften mit der österreichischen Sängerin verknüpften. Doch oftmals wird mit einem vermeintlich pfiffigen PR-Gag das Gegenteil bewirkt: Entrüstung bei der Zielgruppe. Diese Erfahrung musste nun auch der Berliner Ehapa-Verlag machen.

Seit 1951 vertreibt Ehapa in Deutschland Produkte, die in erster Linie auf Kinder und Jugendliche zugeschnitten sind. Hierzu zählen sei Jahren die Zeitschriften Wendy, Benjamin Blümchen, Die Oktonauten, Girlfriends, Hello Kitty, Spongebob und Winnie Puuh. Im Oktober 2012 nahm man nach mehrjähriger Unterbrechung der Erscheinung den 70er Jahre-Kulttitel „Yps“ in das Portfolio auf. Den größten Umsatz erzielt Ehapa jedoch von Beginn an mit den Lizenzen des amerikanischen Disney-Konzerns.

Den Kontakt zum Leser hält der Verlag unter anderem per Facebook aufrecht, wobei nicht etwa ein zentrales Portal gepflegt wird. Vielmehr bestehen gleich mehrere Communitys parallel. Alles in allem geht es dort recht beschaulich zu: Neue Heftfolgen werden angekündigt, Gewinnspiele präsentiert und die User geben ihr Feedback in Form von virtuellen Leserbriefen ab. Doch die Entenhausener Gemütlichkeit nahm am 24. Mai 2014 ein jähes Ende.

Denn eine um 20 Uhr auf der Facebookseite der „Lustigen Taschenbücher“ veröffentlichte kurze Mitteilung sorgte für Aufsehen: „Neue Bewohnerin mischt Entenhausen auf! Gestatten: Conchita Duck. Wie werden wohl Donald, Daisy, Dagobert und die anderen auf den schicken Paradiesvogel reagieren?“ hieß dort. Daneben war eine Entendame mit bärtigem Schnabel, hochhackigen Schuhen, einem schwarzen Abendkleid und langen schwarzen Haaren abgebildet. Die Fans von Conchita, der „echten“ wohlgemerkt, waren vollends entzückt: „Ich bin begeistert! Unsere Conchita als richtige Entenhausnerin!“ Anders hingegen die Leser des Lustigen Taschenbuchs (LTB).

„BITTE AUFHÖREN mit diesem Transen-Schwachsinn! Ich möchte das LTB auch weiterhin guten Gewissens meinem Kind geben können!" hieß es da auf Seiten der eingefleischten Fans der „Familie Duck“. Von „zerstörten Kindheitserinnerungen“ war da ebenso die Rede wie von „unpassenden politischen Statements“. Schnell drifteten einige der etwa 750 veröffentlichten Userkommentare in Beleidigungen ab, die durch Ehapa gelöscht werden mussten bis letztlich sogar selbst die ausgehende Ankündigung entfernt wurde.

Ehapa ruderte zurück und erklärte, dass Conchita, die „falsche“ natürlich, keinesfalls in einer zukünftigen Ausgabe enthalten sein werde. Denn schließlich wäre sie keine offizielle Disney-Figur. Man hätte lediglich eine lustige Kommentierung des Zeitgeschehens beabsichtigt gehabt. Dies wäre auch keine Neuheit, da man bereits in der Vergangenheit gelegentlich Fiktion und Wirklichkeit vermischt hätte. Verwiesen wurde in diesem Zusammenhang auf eine Spitzfindigkeit zum Berliner Flughafen in Form der Comicfiguren „Wowileid“ und „Spatzek“.

Und selbst jüngste Ereignisse hinterlassen ihre Spuren im Entenhausener Kosmos, wenn ein Sami Knienieder zusammen mit Bastian Beinsteiger und Miro Folklore zu einer in Schnarchilien stattfindenden Weltmeisterschaft fahren. Mit Ausnahme von Frank Kiekeriki werden sie allesamt von einem gewissen Yogi Löwe trainiert. Diesem wurde allerdings dann doch jene Ehre zuteil, die Conchita Duck verwehrt blieb: Er schaffte es in das Lustige Taschenbuch Extra Nr. 3 „Reif für den Titel?“ und ziert dort sogar das Titelbild.

 

Tags: Egmont Ehapa, RCR (Romane Comics Rätsel), Entenhausen

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