Zeitschriften als Lesestoff für Grundschüler - Modellprojekt der Stiftung Lesen und der Stiftung Presse-Grosso

Bernd Neumann (Foto: Steffen Kugler)

Zeitschriften kommt eine besondere Rolle in der Leseförderung zu: Sie stehen für eine innovative, moderne Form der Leseförderung und erreichen auch die Kinder und Jugendlichen, die mit den konventionellen buchfokussierten Mitteln der Leseförderung nur schwer angesprochen werden können. Das Projekt „Zeitschriften in die Schulen“ von Stiftung Lesen und Stiftung Presse-Grosso hat in den vergangenen zehn Jahren bewiesen, wie erfolgreich Leseförderung mit Zeitschriften sein kann.

Seit Beginn im Jahr 2003 haben über 3,5 Millionen Schülerinnen und Schüler an Förderschulen, Hauptschulen, Realschulen, Gymnasien und berufsbildenden Schulen teilgenommen. Über 400.000 Schülerinnen und Schüler lernen im Rahmen des Zeitschriftenmonats jedes Jahr Publikumszeitschriften kennen – die Wirksamkeit des Projekts vor allem auch bei lesefernen Kindern und Jugendlichen ist wissenschaftlich belegt.


Nun testen die Initiatoren Stiftung Lesen und Stiftung Presse-Grosso mit Förderung des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien die Übertragbarkeit des Ansatzes auf Grundschüler, um das Potential von Zeitschriften für die nachhaltige Förderung von Lesemotivation so früh wie möglich zu nutzen. In einer Pilotphase haben vom 7. Januar an 280 Klassen der Stufen drei und vier einen Monat lang Boxen mit je 16 altersgerechten Zeitschriftentiteln erhalten, darunter Wissensmagazine genauso wie Sport- und Tierzeitschriften sowie Comics. Gleichzeitig stellt die Stiftung Lesen den Lehrkräften methodisch-didaktische Unterrichtsimpulse zur Verfügung. So wird über das freie Lesen der Titel hinaus zur inhaltlichen, sprachlichen und kreativen Auseinandersetzung mit dem Medium Zeitschrift angeregt. Durch eine wissenschaftliche Evaluation des regional begrenzten Pilotprojektes wird die Wirksamkeit der Maßnahme bei den Dritt- und Viertklässlern untersucht.

Kulturstaatsminister Bernd Neumann: „Kinder und Jugendliche an Printmedien heranzuführen, sehe ich als wichtige bildungs- und kulturpolitische Aufgabe an, weil sie trotz des Internets nach wie vor politische und gesellschaftliche Leitmedien sind. Das Projekt ,Zeitschriften in die Schulen‘ hat sich über die letzten zehn Jahre hinweg als äußerst wirksam erwiesen und hat ein großes Potenzial auch für die Grundschule. Aus diesem Grund habe ich für das Projekt von Anfang an die Schirmherrschaft über die Initiative übernommen und unterstütze nun auch das Modellprojekt an den Grundschulen.“

Sabine Uehlein, Geschäftsführerin Programme und Projekte der Stiftung Lesen ergänzt: „Seit Jahren erreichen uns Anfragen von Lehrkräften, die sich eine Öffnung von ,Zeitschriften in die Schulen‘ auch für die Grundschule wünschen. Da es unser erklärtes Ziel ist, bewährte Projekte auszweiten, sprechen wir nun mit dem Grundschulpiloten eine neue, jüngere Zielgruppe an. Erweist er sich in der Evaluation als tragfähig, überprüfen wir die Möglichkeit einer bundesweiten Implementierung dieses Modellprojektes.“


Klaus-Dieter Wülfrath, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Presse-Grosso erläutert die Attraktivität von Zeitschriften gerade auch für jüngere Kinder: „Durch ihre Themenvielfalt berücksichtigen Zeitschriften verschiedene Interessen und spiegeln so die Lebenswelt der Kinder und Jugendlichen wider. Die kürzeren Textabschnitte sind auch für diejenigen, die sonst weniger gerne lesen, leichter zu bewältigen als ein klassisches Buch. Dadurch und durch die bildorientierte Gestaltung ist die Hemmschwelle zum Lesen deutlich niedriger.“

„Zeitschriften in die Schulen – Pilotphase für Grundschulen” ist ein Projekt der Stiftung Lesen und der Stiftung Presse-Grosso mit Förderung des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien Bernd Neumann und Unterstützung der örtlichen Grossisten.