Folge uns auf Facebook

Folge uns auf Twitter

33% Das Waldmagazin bietet einen tieferen Blick auf die Lebensgrundlage Wald

33% Das WaldmagazinDas Thema „Entschleunigung“ steht seit langer Zeit schon hoch im Kurs. Ebenso auch die Rückbesinnung auf die Natur. Ein in Bayern ansässiger Verlag hat es sich nunmehr zur Aufgabe gemacht, einem „Nachbarn“ eine Zeitschrift zu widmen. Entstanden ist ein Magazin, welches informativer und liebevoller nicht hätte sein können.

 

 

Anzeige

In den 1980er Jahren sprach alle Welt vom sauren Regen und vom Waldsterben. In West-Berlin wurde ab 1980 mehrfach Smog-Alarm ausgerufen, zuweilen mit einem Fahrverbot verbunden. Einige nutzten diese Situation für Propaganda-Zwecke und hetzten gegen die DDR, in der es damals noch weit verbreitet war, dass Privathaushalte mit Kohleöfen beheizt wurden, mit der schwefelhaltigen Braunkohle aus der Lausitz, versteht sich.

Doch der Fingerzeig in Richtung DDR war absurd. Denn gleichzeitig nahm man in der Bundesrepublik, in Niedersachsen, südlich von Helmstedt, das Kraftwerk Buschhaus in Betrieb. Und auch dieses wurde mit Braunkohle betrieben und blieb bis September 2016 am Netz. So oder so: der deutsche Wald war in Gefahr und ist es noch immer.

 

Anzeige

Wald? Der ist irgendwo da draußen. Oder im Märchen. Räuber Hotzenplotz, Rotkäppchen oder Robin Hood. Und kürzlich war man sogar direkt im Wald, während einer Bahnfahrt von Hamburg nach Berlin. Das war dann aber auch schon alles. Kaum ein Lehrer kann seine Schulklasse heute noch für eine Wanderung durch den Wald begeistern. Und so kommt es, dass der heimische Forst vielfach sagenumwoben bleibt.

Es nutzt auch nichts, den Wald mit Worten zu beschreiben. Jeder Versuch wird im Ansatz scheitern. Worte können nicht den Duft beschreiben, den der Wald nach einem Regenguss bietet. Sie können auch nicht die Geräusche wiedergeben, die bei jedem Schritt über Moos entstehen, wenn der Wind durch die Bäume weht oder sich ein Specht an einer Rinde abarbeitet. Und ebenso wenig kann man die Eindrücke niederschreiben, wenn man im winterlichen Schwarzwald an schneebehangenen Ästen heraufschaut.

 

Sicher, Photosynthese, davon hat man im Biologieunterricht gehört. Dass der Wald aber dabei eine wesentliche Rolle spielt bleibt meist unberücksichtigt. Und ebenso bleibt oftmals auch unberücksichtigt, dass man sich zwar regelmäßig bei IKEA ein Billy-Regal kaufen kann, dies aber ohne Wälder nicht möglich wäre.

Die Rolle des Waldes wird inzwischen leider oftmals nur auf die eines Naherholungsgebietes reduziert. Durchaus gibt es Bestrebungen, die Vielfältigkeit der Forste hervorzuheben, beispielsweise durch Einrichtungen wie das Waldmuseum im Berliner Grunewald. Doch leider sind diese dann meist etwas in die Jahre gekommen, die Ausstellungsstücke im Laufe der Zeit zu Staubfängern degradiert worden. Damit kann man nicht mehr das Interesse der Besucher wecken.

 

Es ist somit längst überfällig geworden, durch leicht zugängliche Medien in das Bewusstsein zu rücken, dass der Wald auch ein Arbeitsplatz und zudem die Heimat vieler Tiere ist, ja sogar als Bestandteil unserer Nahrungskette nicht übersehen werden darf. Wo sonst entsteht der allseits beliebte Waldhonig? Wo sonst kann man auch heute noch „in die Pilze gehen“, auch wenn viele mit diesem Begriff wohl kaum mehr etwas anfangen können. Und vielen Ur-Berliner wird noch in Erinnerung geblieben sein, dass der Wald, im speziellen der Berliner Tiergarten, eine wesentliche Rolle während der Berliner Blockade spielte. Stattdessen wird eben jener Tiergarten darauf reduziert, dass er einst der Veranstaltungsort der Berliner Loveparade war.

Dem Wald eine ihm gebührende Bühne bieten zu können hat sich nun der im bayerischen Baiern (Landkreis Ebersberg) ansässige Verlag Oktaviz Studios auf die Fahnen geschrieben. Dieser brachte jetzt „33% Das Waldmagazin“ in den Handel. Mit herausragenden Aufnahmen bekannter Fotografen, künstlerisch wertvollen Illustrationen sowie erstklassig recherchierten Reportagen, Essays, Interviews und Buch- wie Filmvorstellungen wolle man den Lebensraum Wald in all seinen Facetten in den Mittelpunkt stellen. Und dies ist auch durchaus gelungen.

 

Anzeige

So stellte sich die Redaktion am Beispiel von Braunbären in Slowenien die Frage, wie das Zusammenleben von Mensch und Raubtier gelingen würde? Dass Holz nicht allein das Rohmaterial für Möbelstücke ist wird durch eine Reportage aus Sambia verdeutlicht. Dort stellt das Unternehmen Zambikes Fahrräder aus Bambus her. Zudem stellt man Deutschlands kleinstes Schutzgebiet, den Nationalpark Jasmund auf Rügen vor. Und auch für jene, die den Wald sonst nur „aus der Ferne“ her kennen, stellt die Zeitschrift ein Ratgeber dar. Mit einem „Wald-Knigge“ werden wichtige Fragen beantwortet: darf man überhaupt Holz aufsammeln, auf Hochsitze aufsteigen, Hunde ausführen, Zelten oder generell im Wald übernachten?

Der Verlag hat sich das Ziel gesetzt, ein Magazin zu erschaffen , welches sich an jene richtet, die sich für die Natur begeistern lassen und die mehr erfahren wollen über eine zugleich nahe und doch ganz eigene Welt. Man wolle Menschen ansprechen „mit Herz fürs Holz und Hirn unter der Borke“. Und all das ist dann letztendlich auch eindruckvoll gelungen.

 

Die Zeitschrift überzeugt nicht nur durch beeindruckende Bilder, auch das Layout generell ist hervorragend gelungen und vor allem, was im Hinblick auf die beabsichtigte Zielgruppenauswahl besonders wichtig ist, sind die Texte verständlich. Sie sind lehrreich aber eben auch nicht belehrend. Sie sind nicht für ein Fachpublikum verklausuliert, sondern für die breite Öffentlichkeit verfasst. Und nicht zuletzt auch die Haptik ist hervorzuheben, wurde doch die Zeitschrift auf FSC-zertifiziertem Naturpapier gedruckt und steht auf diese Weise im Einklang mit der Intention des Magazins: ein Sprachrohr für den Nachbarn Wald sein zu wollen.

Bleibt aber noch die Frage, was es eigentlich mit dem Namen der Zeitschrift auf sich hat. Die Antwort gibt die Redaktion im Editorial der Erstausgabe: 33 Prozent der Erdoberfläche ist derzeit noch bewaldet. Und daher lag es nahe, dem Magazin einen übereinstimmenden Namen zu verleihen.

 

Anzeige

Doch das Magazin, so zusagend es auch ist, wird es im Pressemarkt wahrscheinlich schwer haben. Zeitschriften finanzieren sich nicht über den Verkauf am Kiosk, sondern über verkaufte Anzeigen. Und davon sind im Magazin, außer für gemeinnützige Organisationen, wenige enthalten. Zudem ist der Verkaufspreis mit 12,50 Euro zuweilen doppelt so hoch wie andere Titel in diesem Marktsegment.

Unbestritten steckt in diesem Printprodukt nicht nur viel Herzblut. Doch es ist ein neues Produkt und bei Markteinsteigern, so zeigt die Erfahrung im Pressevertrieb, besteht bei den potenziellen Käufern zunächst eine berechtigte Skepsis. Welchen Preis ist eine neue Zeitschrift letztlich Wert? 12,50 Euro sind zwar sehr wohl berechtigt, dürften jedoch für einen ersten Annäherungsversuch zu hoch angesetzt sein.

 

Anzeige

Zudem war man offenbar nicht gut beraten, den Titel ausgerechnet jetzt in den Handel zu bringen. Magazine wie „33% Das Waldmagazin“ haben keinen zeitkritischen Inhalt. Sie berichten nicht wie Nachrichtenmagazine über tagesaktuelle Ereignisse. Daher würde es nicht ins Gewicht fallen, hätte man die Auslieferung, wie es auch andere Special-Interest-Titel derzeit handhaben, zunächst verzögert und vorerst die bereits gedruckten Exemplare zwischengelagert.

So wurden die Exemplare nach Angaben des Verlags an den Bahnhofsbuchhandel geliefert. Aber dort schließt, wie durchaus absehbar war, aufgrund der derzeitigen Corona-Krise eine Verkaufsstelle nach der anderen. Vor Ort werden die bereits angelieferten und bislang unverkauften Zeitschriften jedoch nicht zwischengelagert, sondern dem Altpapier zugeführt. Und dies alles wird einem Magazin wie „33% Das Waldmagazin“ eben leider nicht gerecht.

Das Magazin ist fortan vierteljährlich im Zeitschriftenhandel erhältlich. Die nächste belieferte Verkaufsstelle kann online über das Portal mykiosk abgefragt werden.

 

PNID Profillogo 3 jpg Nutzungsrechte


 

Tags: Markteinführung, Wissen/Geschichte/Natur (Objektgruppe)

Neu im Handel

  • 1
  • 2

Top Artikel auf Pressenews in Deutschland

  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
  • 11
  • 12
  • 13
  • 14
  • 15
  • 16
  • 17
  • 18
  • 19
  • 20