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Internet-Werbung verzeichnet rückläufige Wachstumsraten

Oliver KorteOliver KorteZwar wird die im Internet geschaltete Werbung in zwei Jahren etwa 52 Prozent der gesamten Werbeausgaben umfassen. Dennoch verliert das bisher verzeichnete Wachstum inzwischen an Fahrt. Die bislang zur Verfügung stehenden Werbemöglichkeiten sind weitgehend ausgeschöpft. Klassische Werbeformen wie Außen- und Kinowerbung können hingegen wieder eine steigende Nachfrage verzeichnen.


 

Internet-Werbung wird im Jahr erstmals die 50 Prozent-Marke überschreiten, so das Marktforschungsinstitut Zenith in der kürzlich veröffentlichten „Advertising Expenditure Forecasts“-Studie. Das wäre ein Anstieg gegenüber den 47 Prozent in diesem Jahr und 44 Prozent im Jahr 2018, die auf Internetwerbung entfallen.

Jedoch sinken die Wachstumsraten mit der zunehmenden Entwicklung des Internet-Werbemarktes rapide. Die Internetwerbung wuchs 2018 um 17 Prozent, aber auf Basis der ersten Jahreshälfte 2019 ist für das aktuelle Gesamtjahr „nur“ noch ein Anstieg von zwölf Prozent zu erwarten. Im Jahr 2021 erwartet Zenith lediglich noch neun Prozent Wachstum gegenüber dem Vorjahr. Die Wachstumsrate des Internet-Werbemarktes würde sich damit allmählich der Wachstumsrate des Gesamtmarktes annähern.

 


Jenes Wachstum wird in erster Linie von den Kanälen Online-Video und Social Media getragen, für die bis 2021 mit durchschnittlichen Wachstumsraten von 18 bzw. 17 Prozent pro Jahr gerechnet wird. Diese Kanäle profitieren von kontinuierlichen technologischen Verbesserungen der Smartphone-Technologie, der Übertragungsraten sowie des Targetings, die mit einem starken Wachstum der Investitionen in Content kombiniert sind. Die 5G-Technologie, die seit Anfang des Jahres in verschiedenen Märkten gestartet ist (z.B. USA, Südkorea, Schweiz), wird das Markenerlebnis weiter verbessern, da sie mobile Verbindungen wesentlich schneller und responsiver macht.

„Paid Search, auf das 2018 37 Prozent der Internetwerbung entfielen, wuchs in diesem Jahr um 11 Prozent, und wir erwarten eine auf 7 Prozent sinkende Wachstumsrate im Jahr 2021. Bei Search finden viele Innovationen im Voice-Bereich statt, die derzeit noch nicht monetarisiert sind. Online-Rubrikenwerbung (also Ads, die neben anderer Werbung und nicht neben Inhalten wie Stellenangeboten, Immobilien- und Gebrauchtwagenangeboten stehen) verliert zunehmend an Bedeutung gegenüber anderen digitalen Kanälen und kostenlosen Alternativen. Die Online-Rubrikenmärkte wuchsen 2018 weltweit um 9 Prozent, beginnen aber in einigen Märkten bereits zu schrumpfen. 2021 erwarten wir einen Rückgang der Ausgaben um 1,6 Prozent weltweit“, so Olivier Korte, Managing Director Zenith.

 


Vor allem kleine, lokale Unternehmen machen einen Großteil des Wachstums der Internet-Werbeinvestitionen aus. Diese würden ihr gesamtes Budget für Plattformen wie Google und Facebook ausgeben, die einfache Self-Service-Tools zur Verwaltung von Kampagnen anbieten. Dahingegen setzen große Unternehmen zu einem viel größeren Teil als die kleinen noch auf traditionelle Medien.

„Die Branchen, die bei der Nutzung moderner digitaler Kanäle am weitesten fortgeschritten sind, sind Technologie, Medien, Finanzen und Dienstleistungen“, erläutert Matt James, Zenith’s Global Brand President. „Und selbst innerhalb dieser Bereiche verlassen sich Marken immer noch auf traditionelle Medien, um eine breite Massenbekanntheit zu schaffen und die Markenwerte zu stärken.“

 


Innerhalb der traditionellen Medien ist Print seit langem rückläufig, da Online-Plattformen Leser und Werbegeld weggenommen haben. Die Werbeeinnahmen der gedruckten Zeitungen und Zeitschriften erreichten 2007 mit 164 Milliarden US-Dollar ihren Höchststand und werden in diesem Jahr nur 70 Milliarden US-Dollar betragen. Auch TV beginnt nun zu schrumpfen, wenn auch noch nicht in annähernd gleicher Größenordnung: Aus 184 Milliarden US-Dollar im Jahr 2018 werden 180 Milliarden US-Dollar im Jahr 2021.

Neben dem Radio, das jährlich um ein Prozent wächst, geht es im Bereich der traditionellen Medien auch für Außenwerbung („Out-of-Home“) und Kino wieder bergauf. Out-of-Home-Anbieter bauen ihre digitalen Display-Netzwerke weiter aus, erzielen so ein jährliches Umsatzwachstum von 4 Prozent. Das Kino, welches global nur 0,8 Prozent Werbemarktanteil verzeichnet, wächst gar mit zwölf Prozent pro Jahr, was vor allem auf einen Popularitätsboom in China zurückzuführen ist.

 


Für das laufende Jahr prognostiziert Zenith ein globales Werbewachstum von 4,6 Prozent auf 639 Milliarden US-Dollar. Dies bedeutet einen Anstieg um 28 Milliarden US-Dollar. Fast die Hälfte davon (13 Mrd. USD) kommt aus den USA, bedingt durch das sehr schnelle Wachstum der Internetwerbung. China wächst um 4 Mrd. USD Großbritannien und Indien jeweils um 1 Mrd. USD.

 

„Der Zeitpunkt, an dem die Internetwerbung die Marke von 50 Prozent der globalen Werbeausgaben erreicht, nähert sich seit einiger Zeit, aber dies ist das erste Mal, dass dieser in unseren Prognosen erscheint“, erklärt Jonathan Barnard, Head of Forecasting bei Zenith. „2021 wird jedoch das erste Jahr mit einstelligem Wachstum der Internet-Werbung seit 2001 sein. Das war das Jahr, in dem die Dotcom-Blase platzte.“

 


Olivier Korte, Managing Director Zenith Deutschland, fügt dem hinzu: „In Deutschland liegen die Investitionen in Online-Werbung unter dem globalen Durchschnitt, nämlich dieses Jahr erst bei 38 Prozent und 2021 bei 43 Prozent. Grund ist die besondere Stärke der klassischen Medien, etwa Print. Zeitungen und Zeitschriften verlieren zwar jährlich um die sieben Prozent, kommen aber von einem höheren Niveau als in anderen Ländern. Und auf der anderen Seite ist Deutschland generell nicht auf den Top-Plätzen global bei der Digitalisierung zu finden. Es herrscht hier mehr Skepsis hinsichtlich digitaler Werbung als anderswo. Einen interessanten Wendepunkt erreichen aber auch wir 2021. Dann wird nämlich erstmals in Deutschland mehr als doppelt so viel Geld in Online (9,2 Mrd. Euro) investiert werden wie in TV (4,4 Mrd. Euro).“

(Quelle)

 

Tags: Marketing, Zenithmedia, Anzeigenverkauf, Werbemarkt

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