Folge uns auf Facebook

Folge uns auf Twitter

Corona-Krise: Bahnhofsbuchhandlungen Soest und Köln-Deutz werden geschlossen

Bahnhof Köln DeutzBahnhof Köln DeutzKontaktbeschränkungen und geschlossene Geschäfte sorgen aktuell auch weiterhin dafür, dass die Zahl der Reisenden und somit auch die Umsätze in den Bahnhofsbuchhandlungen deutlich zurückgehen. Aus diesem Grund werden nach wie vor Verkaufsstellen geschlossen. Heute wurde wurde mitgeteilt, dass man den Verkauf an zwei weiteren Standorten in Nordrhein-Westfalen einstellen wird.

Anzeige

 

Die Unternehmensgruppe Dr. Eckert informierte, dass sie ihre Bahnhofskioske in Soest und Köln-Deutz schließen wird. Der Bahnhof Soest (47.000 Einwohner) gehört zur Bahnhofskategorie 3, der Standort Köln-Deutz (16.000 Einwohner) zur Kategorie 1.

 

Bahnhofskategorien

Seit 1944 werden in Deutschland Bahnhöfe in Kategorien unterteilt. Dabei werden die Zahl der Bahnsteige, die Bahnsteiglängen, die Zahl der Zughalte und die der Reisenden berücksichtigt. Im Laufe der Zeit wurden die Bewertungssysteme aber immer wieder modifiziert oder auch umbenannt. Seit 2017 verwendet die Deutsche Bahn AG nicht mehr den Begriff „Bahnhofskategorie“, sondern nunmehr die Bezeichnung „Preisklasse“. Hiermit werden jene Tarife dargestellt, die private Bahnunternehmen bei einem Halt an die Deutsche Bahn zu entrichten haben.

Die wichtigsten Bahnhöfe gehören zur Kategorie 1. Hierzu zählen in Berlin die Stationen Hauptbahnhof, Gesundbrunnen, Ostbahnhof und Südkreuz sowie die Hauptbahnhöfe in Dortmund, Dresden, Düsseldorf, Duisburg, Essen, Frankfurt am Main, Hamburg, Hannover, Karlsruhe, Köln, Leipzig, München, Nürnberg, Stuttgart sowie Hamburg-Altona und der Ostbahnhof in München.

Der Bahnhofsbuchhandel

Im Pressevertrieb nimmt der Bahnhofsbuchhandel (BB) aufgrund besonderer Anforderungen und Bestimmungen eine gesonderte Position ein. Die Bedingungen sind ursprünglich im Bundesbahngesetz verankert gewesen. Der Bahnhofsbuchhändler sollte dabei den Bedarf der Reisenden decken. Entgegen anderer Verkaufsstellen wird der BB nicht über einen regionalen Pressegroßhändler („Grossist“), sondern vom Verlag direkt beliefert.

Die im Gesetz festgelegten Bedingungen waren unter anderem, dass eine Bahnhofsbuchhandlung an sämtlichen Tagen des Jahres geöffnet sein muss. Betriebsferien und Schließungen an Feiertagen sind ausgeschlossen. Die Öffnungszeiten betragen zudem in der Regel mindestens 100 Stunden pro Woche, jedoch nicht weniger als 90 Stunden pro Woche, wenn dies der relevanten Zuglage entspricht.

Etwa 350 Standorte im Bahnhofsbuchhandel gibt es derzeit in Deutschland, jede zehnte Zeitschrift wird im BB verkauft. Aber nicht jede Verkaufsstelle im Bahnhof ist auch automatisch ein klassischer „Bahnhofsbuchhändler". Oftmals werden Bahnhofskioske über Grossisten beliefert, sofern die oben genannten Kriterien nicht erfüllt werden können.

Dagegen können Verkaufsstellen in Flughäfen durchaus den Status eines Bahnhofsbuchhändlers erhalten, so beispielsweise Verkaufsstellen in Frankfurt Rhein/Main, Berlin-Tegel, Berlin-Schönefeld oder München Erdinger Moos. Aber auch hier erschließt sich für den Laien keine einheitliche Struktur. Während die Verkaufsstelle im Flughafen Köln/Bonn (9,9 Millionen Passagiere in 2010) keinen BB-Status hat, wird beispielsweise der wesentlich kleinere Airport Dresden (1,9 Millionen Passagiere in 2010) zum Bahnhofsbuchhandel gezählt.

Im Rahmen der Verschmelzung der Deutschen Bundesbahn mit der Deutschen Reichsbahn und der zeitgleich einhergehenden Privatisierung durch Gründung der Deutschen Bahn AG zum 1. Januar 1994 wurde das Bundesbahngesetz weitestgehend außer Kraft gesetzt. In der Branche wurden daher die „Kriterien für den Bahnhofsbuchhandel“ vereinbart, an der Ausarbeitung war das Bundeskartellamt beteiligt. Diese Rahmenbedingungen beinhalten die Vorgaben, die sich für den Bahnhofsbuchhandel zuvor bereits aus dem Bundesbahngesetz ergaben.

Anzeige

Die Unternehmensgruppe Dr. Eckert

Mit Gesellschaftsvertrag vom 6. Juli 1923 wurde in Heidelberg das Handelshaus für Reise und Verkehr gegründet. Geschäftsführer wurden Dr. Adam Eckert und Wilhelm Pappritz. Zwei Jahre später verlegte man den Firmensitz nach Stuttgart. 1928 erfolgte die Übernahme des Frankfurter Tabakhaus’ L. Barbarino, im Jahr darauf kam schließlich der Reisebedarfsspezialisten Peter Welter hinzu. 1988 erwarb man die Buchhandlungen Gerhard Ludwig GmbH in Köln.

In der DDR war die Deutsche Post der DDR zuständig für den Betrieb der Zeitungskioske. Während der Wende wurde diese Sparte auf die damals neugegründete PSG Postdienst Service Gesellschaft ausgelagert, die sodann 1998 von Dr. Eckert übernommen wurde und später als „PSG Prima Service Gesellschaft mbH“ firmierte. 2001 wurden die Firmen Handelshaus für Reise und Verkehr Dr. Eckert & Co. und L. Barbarino KG zum Handelshaus Dr. Eckert & Co. KG verschmolzen. 2010 beschloss man, alle Unternehmen in der Unternehmensgruppe Dr. Eckert GmbH zu vereinen, wenngleich einzelne Marken wie Barbarino auch weiterhin als Firmenlogos beibehalten werden.

Im Bahnhofsbuchhandel unterhält das Unternehmen heute Filialen an den Standorten Annweiler, Ansbach, Asperg, Aulendorf, Backnang, Bad Mergentheim, Bad Saulgau, Bad Wildbad, Baiersbronn, Bernau, Besigheim, Biberach, Bitterfeld, Bonn-Bad Godesberg, Brandenburg an der Havel, Coburg, Cottbus, Dessau, Ditzingen, Dresden-Neustadt, Ebersbach, Ellwangen, Erkner, Frankenthal, Frankfurt/Oder, Freudenstadt, Göppingen, Görlitz, Greifswald, Grünstadt, Güstrow, Halberstadt, Halle, Hennigsdorf, Herrenberg, Homburg, Kaiserslautern, Köln Hbf., Köln-Deutz, Königs-Wusterhausen, Landau/Pfalz, Lauffen, Leipzig Hauptbahnhof, Leonberg, Limburgerhof, Lorch, Lörrach, Ludwigshafen, Marbach, Meißen, Merseburg, Mühlacker, Naumburg, Nierstein, Nürtingen, Oberesslingen, Oldenburg, Oranienburg, Ostseebad Binz auf Rügen, Pirna, Plochingen, Rostock-Warnemünde, Saalfeld, Saarbrücken, Schwabach, Schwäbisch-Gmünd, Soest, Speyer, Stuttgart (Büchsenstraße), Stuttgart-Feuerbach, Stuttgart-Zuffenhausen, Trier, Tübingen, Waldshut-Tiengen, Weil der Stadt, Wernigerode/Harz, Wilhelmshaven, Winnenden, am Flughafen Leipzig sowie in Berlin an den Stationen Alexanderplatz (Haupthalle/Fernbahn), Baumschulenweg, Friedrichsfelde-Ost, Friedrichstraße, Helene-Weigel-Platz, Lichtenberg (Haupthalle), Papestraße, Potsdamer Platz und Südkreuz.

 

Bild von Efes Kitap auf Pixabay

siehe auch: Themenbereich Corona-/COVID-19-Pandemie


 

 

Tags: Bahnhofsbuchhandel, Nordrhein-Westfalen, Unternehmensgruppe Dr. Eckert, Corona-/COVID-19-Pandemie

Neu im Handel

  • 1
  • 2

Top Artikel Handel

  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
  • 11
  • 12
  • 13
  • 14
  • 15
  • 16
  • 17
  • 18
  • 19
  • 20
  • 21
  • 22
  • 23
  • 24
  • 25
  • 26
  • 27
  • 28
  • 29
  • 30
  • 31
  • 32
  • 33
  • 34
  • 35
  • 36
  • 37
  • 38